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IT-Gipfel 2009

IT-Gipfel 2009

OpenSpace auf dem 4. nationalen IT-Gipfel in Stuttgart


Zusammenfassung

Am Vortag des IT-Gipfels fand unter Veranstaltung des BITKOM ein Open Space zum Thema:  „Vom Bildungssystem von heute zur lernenden Organisation von morgen“ statt.

Die zentralen Ergebnisse und Forderungen :


Open Education – Bessere Bildung durch freien Zugang zu Lehrmaterialien

Rahmenbedingungen schaffen, die dazu führen, das alle mit Steuergeldern finanzierten Lehr- und Forschungsunterlagen kostenlos zum öffentlichen Zugriff über Internet zur Verfügung stehen.
Lehrer, Dozenten und Professoren sollen diese Lehrmaterialien bevorzugt nutzen und kontinuierlich verbessern

Open Innovation - Innovation Hubs und Crowdsourcing zwischen Wissenschaft und Unternehmen

Innovation Hubs und Creative Labs müssen in Zeiten von digitaler Vernetzung neu gedacht, konzipiert und flexibel umgesetzt werden.
Geisteswissenschaften müssen neben den MINT-Fächern eine ebenbürtige Stärkung erfahren. Sie bringen kreative Ideen ein und schaffen Mehrwert durch Abstraktions-, Reflexions- und Ausdrucksvermögen. Sie helfen von der Ideation zur wahren Innovation zu gelangen.


Initiiert wurde der Open Space von DNAdigital, einer Initiative die selbst Ergebnis IT Gipfelprozesses der AG 2 entstanden ist. Die Moderation übernahm Dr. Willms Buhse, einer der Mitinitiatoren des Projektes und Herausgeber des Buchs: „Wenn Anzugträger auf Kapuzenpullis treffen“.

Das erklärte Ziel von DNAdigital ist der Austausch der Internetgeneration mit Top-Entscheidern, oder bildlicher gesprochen von Anzugträgern und Kapuzenpullis.
Das Zusammentreffen wurde von beiden Seiten als sehr lehrreich und inspirierend empfunden und ermöglicht und verstärkt den Prozess des Kulturwandels.

In Anlehnung an diese Philosophie sollten beim Open Space ebenfalls verschiedene Welten aufeinanderprallen. In seiner Eröffnungsrede betonte Prof. Scheer die Wichtigkeit des Themas Bildung, auch vor dem Hintergrund der aktuellen Studentenproteste. Anschließend waren die ca. 150 Vertreter der beiden Generationen aufgefordert sich jeweils einen Vertreter der anderen Generation zu suchen um sich über das Thema „wie wollen wir in Zukunft lernen“ auszutauschen. Unternehmensseitig waren hochrangige 80 Teilnehmer – also ungefähr die Hälfte - von Unternehmen wie Alcatel-Lucent, Cisco, CoreMedia, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, HP, IBM und SAP vertreten. Dies stellte den persönlichen Austausch sowie eine umfassende Betrachtung des Themas aus unterschiedlichen Perspektiven sicher.
Anschließend wurde in mehreren Arbeitsgruppen gemeinsam an unterschiedlichen Aspekten des Leitthemas „vom Bildungssystem von heute zur lernenden Organisation von morgen“ gearbeitet. Die Gruppen im Einzelnen waren:
  • Open Education
  • Innovation Hubs
  • mobiles Lernen
  • von den Besten lernen
  • Cleverle
  • Neugierde nutzen
  • Was Schule von Palomar 5 lernen kann
  • Forschung der Zukunft

Nach einer durchgängig positiven Abschlussreflektion der Teilnehmer wurden noch gemeinsam über die zwei relevantesten Themen abgestimmt welche am nächsten Tag auf dem IT-Gipfel eingebracht werden sollten. Das Ergebnis: Open Education und Innovation Hubs.

Auszüge aus individuellen Erfahrungsberichten der Teilnehmer


Felix Schaumburg


Die am Anfang stehenden Partnerinterviews zur Frage “Wie möchte ich in Zukunft lernen?” gaben allen TeilnehmerInnen die Möglichkeit, neue Menschen kennen zu lernen und andere Perspektiven zu erfahren.

Die eigentliche Arbeitsphase zu frei wählbaren Themen war so unstrukturiert, dass man wirklich den eigenen Interessen folgen konnte und sich in der zur Verfügung stehenden Zeit entweder umfassend informieren oder aber konzentriert an einem Thema arbeiten konnte.
Die offene Gestaltung eines OpenSpaces ist für eine Konferenz eine hervorragende Möglichkeit, um die Potentiale aller TeilnehmerInnen aktivieren zu können. Ich mag diese Art der Zusammenarbeit und habe mich gefreut, dass der Veranstalter BITKOM, vertreten durch Herr Prof. Scheer, sowie die hervorragenden Organisatoren von DNAdigital den Mut hatten, ein solches Format anzubieten. Ich denke, dass sich das Wagnis gelohnt hat.

Aus dem Blog "Was Schule von Palomar5 lernen kann"[1]


Am Dienstag hat in Stuttgart der vierte nationale IT Gipfel stattgefunden. Dies wäre für mich nicht weiter bedeutend gewesen, wenn am Tag zuvor nicht ein von DNAdigital initiierter OpenSpace stattgefunden hätte.

In einer der Arbeitsgruppen, die sich aus den Initiativen “Neugierde nutzen”, „selbstlernen cleverle“ und „Lernen ohne Lehrer” spontan assoziiert hatte, hat sich eine spannende Kombination bei den Teilnehmer/innen ergeben, da wir neben interessierten Bildungsbegleiter/innen mit Jonathan Imme einen der Initiatoren von Palomar5 dabei hatten. Aus der lebhaften Diskussion um Schule und ihre möglichen Ausgestaltungen kristallierten sich am Ende folgende 14 Thesen heraus, die ich hier kurz kommentiert wiedergeben möchte:

Feedbackkultur statt Noten

Noten sind ein Selektionsinstrument und lenken den Blick vom eigentlichen Gegenstand weg. Bei Palomar5 hatte man als externen Motivationsmoment kurzzeitig „Geld” eingeführt. Nach wenigen Tagen hat man sich von dieser Idee wieder verabschiedet, da die tägliche Ausschüttung für den besten „Projektfortschritt” hemmende Neiddebatten hervorbrachte. Die sachorientierte Auseinandersetzung und Hilfe stellte sich nach Abschaffung des Geldes wieder ein.

Freiräume schaffen, Zeit geben

Um Ideen und Gedanken nachzugehen brauche ich Platz und Zeit. Das Arbeiten in engen Räumen ohne Ausweich- und Rückzugsmöglichkeiten hindert den kreativen Gedanken.

Heterogene (Lern-)Gruppen mit hoher Expertise

Als besonders positiv wurde bei palomar5 die hohe Heterogenität der Teilnehmer empfunden – sowohl hinsichtlich der kulturellen Hintergründe als auch in ihren Fähigkeiten. Heterogenität schafft Kooperation.

Künstlerisches Schaffen darf kein Schulfach sein

Die Visualisierung (von Projektideen) dient dazu, Abstand zum Gegenstand zu gewinnen und Kritik nicht als persönlich, sondern sachorientiert zu begreifen. Kunst, Gestaltung und Kreativität haben bei jeder Tätigkeit eine besondere Bedeutung, die in der Schule oft in das Fach „Kunst” gesteckt und damit aus den anderen Fächern „mit gutem Gewissen” verbannt werden kann.

Lernräume selber gestalten

Arbeitsräume (Klassenzimmer) müssen von den in ihnen arbeiteten Menschen (Schülerinnen und Schüler) aktiv mit gestaltet werden können. Lernen geschieht immer in gestalteten Umgebungen. Nicht umstonst wird der Raum auch als der dritte Pädagoge bezeichnet (1. Mitschüler, 2. Lehrer, 3. Raum).

Verantwortung (wirklich!) delegieren

In erfolgreichen Unternehmen und Projekten wird Verantwortung delegiert – echte Verantwortung mit Entscheidungsbefugnissen. Dies gilt nicht nur für die Schulorganisation zwischen Schulleitung und Kollegium, sondern auch zwischen Lehrenden und Lernenden.

Fehlerkultur schaffen

Fehler sind keine Fehler. „Fehler gehören zur Kultur der Innovation – Wenn man das akzeptiert, wird man stärker.“ (Albert Yu)

Keine Zeittaktung

Viele, die nicht mehr aktiv die Schule besuchen, mögen es kaum für möglich halten. Aber in der Schule findet das Arbeiten immer noch in einem getakteten Rythmus statt (45, 60, 90 Minuten oder in anderen Erscheinungsformen). Keiner hat mir bisher erklären können, wo diese Einteilung herkommt. Es scheint ein Mysterium.
Unter solchen Bedingungen spielt es für Lernende keine Rolle, ob sie sich in ein Thema hineingefressen und möglicherweise gerade einen Flow haben. Ja,  selbst wenn man kurz vor dem casus knaxus steht, gilt: Wenn es klingelt wird den SchülerInnen eine Zwangspause verordnet, aus der sie nach kurzer Zeit pünktlich zurückgerufen werden. Natürlich wird danach nicht weiter am letzten Thema gearbeitet, sondern das neue, jetzt wichtigste Fach, kommt auf den Tisch.
Unter diesen Bedingungen wundert es nicht, dass SchülerInnen schnell die eigene Motivation ausblenden. Was bringt es schon, wenn man am Ende doch durch das Klingeln nicht zu Ende denken darf.


Keine no-go areas (Lehrerzimmer für alle öffnen)

Lehrerzimmer sind die Räume innerhalb der Schule, in der Lehrer neben der Unterrichtstätigkeit selber arbeiten – auch quatschen, sicherlich. Warum teilen wir uns nicht die Zimmer, schaffen neue Ruheräume und ermöglichen so allen Schulmitgliedern eine vertraute gemeinsame Zusammenarbeit?

Sinnstiftung „machen”

Die Frage nach dem Sinn wird für die Schule zukünftig eine entscheidende Rolle einnehmen. Die Frage nach dem „Warum” kann und darf nicht weiter über Verweise auf Vorgaben und Richtlinien beantwortet werden.
Bei Lisa Rosa gibt es zum Thema „Sinnstiftung” ein gutes Interview: „Sinnbildung lernen”


Offene, personalisierte Curricula

Wenn „Sinn” an Bedeutung gewinnt, müssen auch die eigenen Interessen eine größere Rolle spielen. Dem kann man nur begegnen, indem man die Curricula an den Schulen öffnet. Palomar5 hat keine Projekte vorgeschlagen, sondern ein Thema gesetzt, auf welches die Teilnehmer mit unterschiedlichen Antworten reagiert haben. Die Ergebnisse sind nicht einheitlich und alle hoch ambitioniert.

Leitfragen statt Fächer

Wenn die Arbeit mit Leitfragen so gut funktioniert (was man in den Projektwochen an den Schule selber erlebt, die Erfahrung aber oft nicht mit in die „normale” pädagogische Praxis überträgt): Warum bauen wir die Struktur von Fächern nicht um Projekte und Themenfelder herum neu auf? Ist das streng disziplinäre Denken noch aktuell? Kann man eine kritische Wissenschaftlichkeit nicht auch Projektbezogen verwirklichen?

Lehrer als facilitator – Lehrer als Netzwerkmonster

Lehrer müssen Räume vorbereiten, Lernprozesse vorausahnen und Werkzeuge bereit halten, wenn diese angefragt werden. Dazu reicht oft nicht mehr eine einzelne Person aus. Es bietet sich an, wenn der Lehrer eingebunden ist in ein großes Netzwerk, aus dem er spontan Resourcen abgreifen kann (und natürlich auch selber für Verknüpfungen zur Verfügung steht). Als humaner Resourcepool reicht in einer vernetzten Welt das Kollegium der Lehrenden nicht mehr aus.

„show ´n tell” – kooperativer Umgang zwischen allen Mitgliedern

Bei Palomar5 gab es regelmäßig „reality checks” und allabendlich kurze Präsentationen über den aktuellen Fortschritt. Keiner arbeitet für sich alleine, jeder kann an den Erfolgen und Arbeiten der anderen partizipieren. Dieser ehrliche, offene und kritische Umgang untereinander muss auch zwischen allen an der Schule lebenden Menschen größere Bedeutung gewinnen.

Rückblickend habe ich festgestellt, dass einige der Thesen so nahe beieinander liegen, dass man sie besser zusammenfassen sollte. Dies kann man noch tun. Jetzt war es mir ersteinmal wichtig, die Ergebnisse zu dokumentieren. Weiteres vielleicht später…

Anmerkung:

''Palomar5 ist ein Projekt, welches vor zwei Wochen in Berlin zu Ende gegangen ist. Knapp 30 Jugendliche im Alter von 19 – 30 Jahre haben über sechs Wochen an der Frage gearbeitet „Wie wollen wir in Zukunft arbeiten”. Während der Zeit waren alle Teilnehmer in der Malzfabrik in Berlin untergebracht und haben von den Organisatoren (fast) alle Wünsche hinsichtlich Material, know-how und Expertise erfüllt bekommen. Mehr zu Palomar5 findet sich auf der Webseite http://palomar5.org''


Michael Meister

Forschung der Zukunft

Die Diskussion drehte sich um die Potentiale Neuer Medien, aber auch um deren Gefahren. Des weiteren wurden Fragen an die Forschung formuliert und Konsequenzen für das Bildungssystem aufgezeigt.

Ein Schwerpunkt war sicherlich die Frage nach der Nutzung der Neuen Medien. Es herrschte ein Informationsbedarf hinsichtlich der Geeignetheit bestimmter Tools für spezifische Anlässe. Zu welchem Zweck setze ich bspw. Twitter oder Mail ein und wofür sind sie eben nicht geeignet? Zu diesem Diskurs können die "Digital Natives" sicherlich einiges beitragen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage nach dem Umgang mit Informationen gestellt. Nach welchen Kriterien trennen "Digital Natives" Wichtiges und Unwichtiges? Wie reduzieren sie also die Komplexität ihrer Umwelt und geben der kollektiven Intelligenz damit die notwendige Qualität? Erste Erklärungsversuche gingen in die Richtung, wenn ein Schwellwert überschritten oder ein Druckpunkt getroffen wurde, dann haben wir es mit relevanten Unterscheidungs-Kriterien zu tun. Hier besteht noch eine Menge Forschungsbedarf. Eine wichtige Anforderung an das Bildungssystem ist damit sicherlich die Einbeziehung einer fächerübergreifenden Medienkompetenz.

Daneben wurde die Gefahr der Erosion gemeinsamer Werte durch die Neuen Medien thematisiert. Unternehmens-Grenzen lösen sich zunehmend auf und verwischen. Wenn im Rahmen der "Interaktiven Wertschöpfung" originäre Unternehmensaufgaben an ein externes Netzwerk vergeben werden, welche Regeln und Normen der Zusammenarbeit gelten dann dort? Durch die Reduzierung der Kommunikation auf das geschriebene Wort geht daneben viel an gemeinsamer Interaktions-Kultur (Mimik, Gestik etc.) verloren. Wie kann in der digitalen Welt noch eine verbindende Kultur etabliert werden? Oder bildet sie sich etwa spontan und automatisch heraus? Hier ist das gesamte Bildungssystem aufgefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen für einen kritischen Diskurs um ethische Fragen neben der fachlichen Stoffvermittlung bereit zu stellen.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Frage nach der Nutzung des Erfahrungswissens der älteren Generation. In den nächsten Jahren wird ein zunehmender Teil der arbeitenden Bevölkerung aus dem Berufsleben ausscheiden. Wie kann verhindert werden, dass deren implizites Wissen auch verschwindet? Hier können sicherlich Wikis einen großen Beitrag leisten. Voraussetzung für deren sinnvollen Einsatz ist aber ein gemeinsames Verständnis von der Bedeutung des Wissens. Informationslandkarten helfen, die Verteilung des Wissens aufzuzeigen und die Bedeutung des Erfahrungswissens zu unterstreichen.

Die spannende Frage ist und bleibt, wie gestalte ich den Umgang mit diesen Tools. Bewährt hat sich in diesem Zusammenhang ein Zusammenschluss aus Alt und Jung, die gemeinsam das vorhandene Wissen aufbereiten und zur Verfügung stellen. Ein ähnliches Prinzip, wie wir es schon bei "Kapuzenträger treffen Anzugträger" einsetzen. Auch für das Bildungssystem lässt sich hieraus bspw. ein Patensystem ableiten, bei dem es zu einer Jahrgangsübergreifenden Zusammenarbeit kommt.
Nadia Zaboura
Innovation Hubs - neue Wertschöpfungsketten / Value Chain 2.0

Innovation Hubs und Creative Labs müssen in Zeiten von digitaler Vernetzung neu gedacht, konzipiert und flexibel umgetzt werden. Das war Konsens der Diskussion im Rahmen des Open Space beim 4. Deutschen IT Gipfel.

Ziel des Konzepts:


Der mannigfaltige Ideenreichtum der Deutschen - speziell an den Hochschulen, Universitäten und Bildungsinstitutionen - soll nicht weiter brach liegen und in den Elfenbeintürmen verkümmern. Stattdessen sollen Studenten und Wissenschaftler in Innovation Hubs bereits in der Ideengenerierungsphase mit Unternehmen und Zielgruppen für einen interdisziplinären Austausch zusammengebracht werden. So fließen die Bedürfnisse der Wirtschaft in die wissenschaftliche Expertise ein und werden zur Grundlage neuer Projekt- und Service-Ideen sowie von Prototypen.

Die Wirtschaft wiederum profitiert von einem engen Austausch in einem flexiblen Innovation Hub von fundierten Ergebnissen und gelangen durch die Einspeisung ihrer Ideen in das Hub schneller mit einem qualitätsreichen Produkt an den Markt - ein wichtiges Argument für die Hubs, ist der time to market Aspekt in Deutschland weiterhin verbesserungswürdig (speziell gegenüber den USA und inzwischen auch massiv gegenüber den BRIC-Staaten).

Die Zielgruppen können gleichfalls im Innovation Hub teilnehmen und ihre Ideen und Bedarfe einbringen. Hier bietet sich eine Kombination aus analoger und digitaler Teilhabe an - Stichwort "Crowdsourcing".

Wichtig ist es, trotz wissenschaftlich-wirtschaftlicher Kooperation den wissen-schaftlichen Ethos der objektiven Erkenntnis anzuerkennen, zu unterstützen und zu fördern. Außerdem: die Geisteswissenschaften müssen neben den MINT-Fächern eine ebenbürtige Stärkung erfahren. Sie bringen kreative Ideen ein und schaffen wahren Mehrwert durch Abstraktions-, Reflexions- und Ausdrucksvermögen. Ohne sie gäbe es wenige Best Practices, wie man von der Ideation zur wahren Innovation gelangt.


Wunsch:


Der Open Space sollte nachhaltig sein, ebenfalls der Dialog zwischen den Generationen. Es müssen verbindliche Vereinbarungen vereinbart werden, mit speziellen Commitments von politischer und privatwirtschaftlicher Seite.



Maxi Kirchner

Wünsche an die Bildung der Zukunft


Mein Fazit:

in Projekten lernt man besser als in festen Strukturen, à la festen Curricula für Bachelor und Studium oder festen Zeiten wie der 45-minütigen Schulstunde.

Denn ein Schüler/ Student, der es gelernt hat, sich und seine Fähigkeiten selbst zu organisieren, ist wertvoll für Unternehmen. Eine offene Form der Teamfindung wünsche ich mir auch in Unternehmen, so wie es bei palomar5 auch funktioniert hat.







Basti Hirsch

Open Education (Transkript von seinem Podcast)


Wir haben einen Mangel an Materialien, und weil wir diesen Mangel an Materialien haben, haben wir keine Webseiten oder Suchmaschinen, die OpenEducation Ressourcen sind, also jene, mit freien Lizenzen ausgestattet sind und die jeder weiterverwenden und verbessern kann und die bewertet oder durchsucht werden können. Und weil wir eben auch keine Bewertungen haben, haben wir keine Möglichkeit, Anreize zu schaffen - die für die besten Materialien einen finanziellen Anreiz geben könnten, die Reproduktion auch dem Professor oder auch dem Lehrer abgeben, der diese tollen Materialien eingestellt hat, oder die mit Freistunden oder mit Unterrichtsausgleich abgegolten werden.

Einige E-Learning Preise wie Didacta und E-Learntech, zeichnet innovative E-Learning Projekte aus, meines Wissens hat jedoch keines den expliziten Fokus auf die Förderung von OpenEducation Resources, die in anderen Kontexten wiederverwendbar sind. Und wir sehen, dass in den Ländern, wo diese Bewegung sehr viel weiter ist, wo vielleicht auch OpenEducation bekannter ist, haben wir sowas. In Polen hat zum Beispiel das Kultusministerium in seiner jüngsten Ausschreibung einen extra Anreiz in dieser Ausschreibung gesetzt, dass Projektteilnehmer oder Antragssteller, die OpenEducation Resources produzieren, Punkte angerechnet bekommen, und somit eine bessere Chance haben, den Antrag einzufahren. In den USA ist man nach gut zehn Jahren dort so weit, dass man sagen kann: die größeren Projekte stehen auf eigenen Füßen, kleine Projekte haben eigene Finanzierungsmodelle - wie zum Beispiel bei DistanceLearning über eine gewisse Conversion Rate neue Studenten, neue Fernstudenten an ihre Uni holen, dadurch dass sie eben mit diesen Open Education Resources leichter zu finden sind. Ich finde so tolle Unis, ich kann direkt reinblicken in das Studium, das mir die Uni ermöglichen will, kann dann direkt entscheiden: Ja, von dieser Uni möchte ich eben auch geprüft werden, um Credits zu erhalten oder eben einen Abschluss erhalten.



Jens Osthues

OpenSpace zur lernenden Organisation auf dem IT-Gipfel.


Ich habe mich bei den Themen: mobiles Lernen, e-learning und social networking sowie lernende Organisationen aktiv beteiligt.

Ich fand es erstaunlich wie das Thema Microblogging als Rückkanal, Informations- und Inspirationsquelle im Umfeld einer „lernenden“ Organisation diskutiert worden ist. Microblogging wurde u.a als virtuelles Klassenzimmer, tägliche Weiterbildung, Austausch- u. Kommunikationsplattform bezeichnet.

Ansonsten spielte überraschenderweise der Einsatz von bestimmten Technologien weniger eine Rolle. Im Mittelpunkt stand vielmehr ein gemeinsames Verständnis von einer lernenden Gesellschaft. Dies mag sicherlich auch an der vorausgesetzten technologischen Affinität des Teilnehmerkreises liegen.




Open Education


Hier das Transkript von Bastis Podcast [2].


Ja hallo, hier ist Basti Hirsch. Ich berichte vom IT-Gipfel in Stuttgart und dem OpenSpace, der gemeinsam mit der BITKOM und DNAdigital ausgerichtet wurde. Wie man hört, bin ich gerade auf der Fahrt nach Bonn, hatte aber schon kurze Gelegenheit, über die zwei Tage in Stuttgart zu reflektieren und möchte das gern mit allen Gipfelstürmern und allen Gipfelkritikern teilen.


Der OpenSpace am Montag hatte das Thema "Vom Bildungssystem von heute zur lernenden Organisation von morgen" und innerhalb von drei Stunden die Ambition, zwischen Managern und Digital Natives Visionen, Konzepte und Ideen auszubreiten und zu diskutieren, wie man denn vom Bildungssystem von heute zu den neuen Formen des Lernens kommt.


In der großen Runde wurde sich vorgestellt und eigentlich auch selbstmotiviert die Gruppen angeboten, dabei wurde der erste Schritt gemacht von der Gruppe zu "Open Education", einem großen Thema das mich seit einiger Zeit bewegt. Andere Gruppen hatten Themen wie "Selbstlernen", "mobiles Lernen", "von den Besten lernen", also eine Videoplattform die von Willi Kaiserhoff von Cisco? vorgeschlagen wurde, bei der man die 1000 besten Lehrer Deutschlands in ihrem Unterricht filmen und diese Clips, diese Aufzeichnungen allen anderen Schülern zur Verfügung stellt.


Es gab Themen die sich mit Innovationshubs beschäftigt haben oder besser gesagt mit der Frage, wie man Innovation, wie man den Rahmen für Innovation schaffen kann, wie man vielleicht Modelle wie Open Innovation, [unverständlich] oder Crowdsourcing Plattformen verbinden kann mit den Aktivitäten der Unternehmen.


Zusammenfassend eine große Spannbreite an Themen, ich glaube wir hatten zehn oder zwölf verschiedene Gruppen und ich würde jetzt gezielt auf die Gruppe Open Education eingehen weil ja auch die anderen von ihren Erfahrungen berichten, auf DNAdigital oder Twitter oder anderswo.


In der Gruppe Open Education waren wir circa zwölf Leute, ich glaube eine ganz gute Mischung - ein Vertreter der Deutschen Bank, ein Geo- und Informatikprofessor, der sich mit GPS und ähnlichem beschäftigt, GPS-Navigation und solchen Themen; wir hatten mehrere Studenten vom HPI, dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam und einige, die ich nicht einordnen konnte, die aber trotzdem interessiert waren an dem Thema. Ich glaube für die meisten war das ein neuer Begriff, ich habe aber versucht, über die Analogie zu dem Open Source oder Open Access aus dem Kommunikationsbereich herzustellen, habe einige Beispiele genannt wie etwa MIT OpenCourseWare und skizziert warum ich glaube, dass OpenEducation ein tolles Thema ist.


Ich glaube, diese Gruppe hat nach einiger Diskussion auch Knackpunkte gefunden und in der Endbetrachtung haben wir präsentiert, dass es sich um ein Henne-Ei-Problem handelt. Und zwar gibt es nicht zwei, sondern drei Elemente, die hier zusammenspielen: Wir haben einen Mangel an Materialien, weil wir diesen Mangel an Materialien haben, haben wir keine Webseiten oder keine Suchmaschinen, die OpenEducation Ressourcen sind, also jene, mit freien Lizenzen ausgestattet sind und die jeder weiterverwenden und verbessern kann und die bewertet oder durchsucht werden können. Und weil wir eben auch keine Bewertungen haben, haben wir keine Möglichkeit, Anreize zu schaffen - die für die besten Materialien einen finanziellen Anreiz geben könnten, die [Reproduktion ?] auch dem Professor oder auch dem Lehrer abgeben, der diese tollen Materialien eingestellt hat, oder die mit []-Stunden oder mit Unterrichtsausgleich abgegolten werden.


Das heißt, der Mangel an Materialien lässt sich auch [dadurch erklären] dass wir keine Anreize haben. Einige E-Learning Preise wie Didacta und ähnliche, wie E-Learntech, zeichnet innovative E-Learning Projekte aus, meines Wissens hat jedoch keines den expliziten Fokus auf die Förderung von OpenEducation Resources, die in anderen Kontexten wiederverwendbar sind. Und wir sehen, dass in den Ländern, wo diese Bewegung [] sehr viel weiter ist, wo vielleicht auch die [unverständlich] von OpenEducation bekannter ist, haben wir sowas. In Polen hat zum Beispiel das Kultusministerium in seiner jüngsten Ausschreibung einen extra Anreiz in dieser Ausschreibung gesetzt, dass Projektteilnehmer oder Antragssteller, die OpenEducation Resources produzieren, Punkte angerechnet bekommen, und somit eine bessere Chance haben, den Antrag einzufahren. In den USA war es sehr stark die Partizipation? der YouthFoundation, die viele erfolgreiche OEA-Projekte realisiert hat oder erst möglich gemacht hat, und inzwischen ist man nach gut zehn Jahren dort so weit, dass man sagen kann: die großen Projekten stehen auf eigenen Füßen, kleine Projekte finden eigene Finanzierungsmodelle - wie zum Beispiel bei DistanceLearning über eine gewisse [Conversion Rate ?] neue Studenten, neue Fernstudenten an ihre Uni holen, dadurch dass sie eben mit diesen Open Education Resources leichter zu finden sind. Ich finde so tolle Unis, ich kann direkt reinblicken in das Studium, das mir die Uni ermöglichen will, kann dann direkt entscheiden: Ja, von dieser Uni möchte ich eben auch geprüft werden, um Credits zu erhalten oder eben einen Abschluss erhalten.


Das ist der Einblick in das Thema OpenEducation - ich glaube der Feedback direkt nach dem OpenSpace war gemischt, die Grundaussage war, es war eine interessante Diskussion. Ich denke dass auch der Großteil der Teilnehmer vorher noch nie an solch einem OpenSpace teilgenommen hat, für die war das sicher eine neue Erfahrung. Der Raum im Mercedes Benz-Museum war auch sehr geeignet, wir hatten Flipcharts, wir hatten die Möglichkeit, Laptops einzusetzen und konnten sitzen oder stehen und so an unseren Themen diskutieren. Weniger geeignet war der knappe Zeitrahmen, und die mangelnde - nicht unbedingt - Vorbereitung, aber mangelnde Auseinandersetzung mit dem Thema, was man aus einigen anderen Gruppen vernommen hatte, war schon auch in der Betrachtung vom Bildungs[vorstand?] oder auch Menschen, die sich hauptberuflich damit beschäftigen, dass dort keine grandiosen tollen neuen Ideen zustande gekommen sind. Das kann an den Teilnehmern liegen, vielleicht hatten wir wenig Vertreter die sich tatsöchlich hauptberuflich mit dem Thema Bildung auseinandersetzen, aber Felix Schaumburg war einer von gleich drei Lehrern neben denen vom Berufsbildungswerk, die sich aktiv beteiligt haben und auch am OpenSpace teilgenommen haben, und das hat man der Diskussion oder auch der Ergebnispräsentation angemerkt, das vieles an didaktischen und pädagogischen Überlegungen, welche die Ergebnisse noch besser machen können, [].


Das ist mein Eindruck. Vielleicht war es auch nur der Zeitrahmen, aber ich glaube, beim nächsten Mal muss man schauen, ob mans wieder so macht, mit wem mans macht, ob man vielleicht auch Impulsreferate oder Statements abgibt, ob man - jetzt fehlt mir der Begriff - durch ein Entfernungsspiel schaut, ich stimme diesem Statement zu und dann gehe ich nah an die Person, die das Statement gemacht hat, oder ich entferne mich davon, um so in der großen Gruppe abgleichen zu können, welche Meinungen da sind, oder wo man eh übereinstimmt und wo denn die großen Kontroversen sind.


Und ich glaube, wenn man so etwas gemacht hätte und das Teilnehmerfeld eben doch noch bunter gewesen wäre, [unverständlich] sich gerade an den Unibrennt und den UnsereUni-Protesten in ganz Deutschland und Österreich und Europa beteiligen, hätte man mehr rausholen können. Und ich glaube, die Quintessenz war gut, dass die BITKOM sich geöffnet hat, dass auch Prof. Dr. Scheer diesen OpenSpace persönlich eröffnet hat. Also man sah, das war gewollt, aber eben noch nicht perfekt umgesetzt, ich glaube da kann man sich beim 5. IT-Gipfel in Dresden im nächsten Jahr sehr viel steigern.


Zum IT-Gipfel selbst wurde das meiste gesagt, es ist eben ein Regierungsgipfel, wo die Lobbygruppe BITKOM, die Gruppe []-Industrie auf die Politik trifft, die dort sehr erfolgreich zusammenarbeiten mit vier Bundesministerin und der Kanzlerin auch Gehör finden mit ihren Vorschlägen. Auch die Großprojekte, die von diesen beiden Seiten als innovativ angesehen werden wie die einheitliche Behördenrufnummer 115 groß präsentiert werden, aber ich glaube, die kritische Netzöffentlichkeit sagt: "Schön und gut", viele sind okay - also es ist gut, dass da über dieses wichtige Thema geredet wird, sodass es vielleicht auch in der Regierung Gehör findet, aber die Zusammensetzung ist falsch und auch die Bandbreite an THemen ist viel zu eng. Also man hat wirklich den Eindruck, Minister Brüderle und auch die Kanzlerin und alle anderen Redner [unverständlich] Arbeitsplätze. Es geht darum, Beton um Bytes zu bauen für die Datenautobahn der Zukunft, um so Arbeitsplätze die in anderen Branchen wegbrechen zu ersetzen. Das ist richtig und wichtig, und war lange Zeit auch nicht Regierungshandeln, aber es ist auch nicht ausreichend. Deshalb haben Akteure wie Markus Beckedahl ? richtig kritisiert, dass es einen expolitischen Gipfel braucht, keinen Arbeitsplatzgipfel. Malte Spitzer? hat gefordert auf Charta, dass es einen für die Informationsgesellschaft geben soll, und ich glaube diese Vorschläge sind sehr richtig, man sollte aber die BITKOM und auch das Wirtschaftsministerium nicht abschrecken.


Ich glaube, wenn sie tatsächlich auf diese Kritik eingehen, können sie im nächsten Jahr auch diese Stakeholder reinziehen, so wie ein kleiner Rahmen gebucht wurde dieses Jahr für den Chaos Computer Club, aber es gibt eben sehr viel mehr Themen, die besprochen werden müssen, wie Netzpolitik, für uns im letzten Jahr ganz stark Netzzensur, der AK Zensur war nicht vertreten, auch viele andere Vertreter, viele andere Themen wie []-Gesetzgebung oder Urheberrechts[] wurden nicht besprochen, und wir glauben dass das ein blinder Fleck ist, den die BITKOM und das Wirtschaftsministerium dort haben. Wir hoffen, dass das mit unserer Kritik im nächsten Jahr besser werden kann.


Mein Fazit zum IT-Gipfel: Ich würde mich freuen, wenn ihr kommentiert, Eure Ideen, Eure Kritik verlinkt und freue mich, wie es nächstes Jahr in Dresden aussieht.
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Letzte Änderung von Felix Schaumburg am 06.09.2010 um 18:49

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IT-Gipfel 2009 (7.-8. Dezember 2009)

Ergebnisse


TELEKOM-WORKSHOP (17.06.09)

Die Ergebnisse sind online, jetzt können wir sie weiterbearbeiten!


DNAdigital BUCH
Wenn Anzugträger auf Kapuzenpullis treffen (Hrsg. Willms Buhse / Ulrike Reinhard)



Open Space (03.11.08)
Open Space (17.10.08)

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