Was merken wir an dem Verlauf dieser Disksussion?
1) Technisch neue Tools helfen nicht in allen Situationen. Sie können vieles auch verschlimmern. Zu schreiben ersetzt die direkte persönliche Kommunikation eben nicht.
Ich habe in den letzten Jahren leider immer wieder erleben müssen, wie sich Menschen über eMails mit unglaublich großen cc und bcc Verteilern zerfleischt haben, nur weil sie sich anfangs mißverstanden haben. Dabei habe ich gelernt, dass Differenzen niemals über eMail, oder jetzt Foren, sinnvoll gelöst werden. Es kostet unglaublich viel Zeit und öffnet mit jedem neuen Statement neuen Interpretationen und Mißverständnissen Tür und Tor. Die Unbeteiligten sind dabei eh nur noch genervt.
Ich will und kann es hier nicht unterbinden. Ich kann aber jedem nur raten, eine solche Kultur nicht mit in die Unternehmen zu bringen. Auch und gerade, wenn man lieber als Freelancer aktiv werden will. Das geht nach hinten los!
D.h. zum Beispiel:
- Persönliche Mails müssen persönlich bleiben
- Ab einem gewissen Punkt sollte man besser zum Telefon greifen oder ein Gespräch vor Ort suchen.
- Man sollte immer, egal wann und in welchem Zusammenhang, eine wertschätzende und gepflegte Wortwahl treffen.
- ... (vielleicht wären weitere Punkte ein eigenes Diskussionsthema wert ?)
2) Wir sollten uns weniger an theoretischen Begriffen und Befindlichkeiten aufhalten, als vielmehr die Diskussion um die Inhalte des Themas forcieren. Sonst werden wir keine Relevanz bekommen.
Wer sich mit der Frage der Begrifflichkeit "Digital Native" weiter auseinandersetzen will, dem kann ich die wissenschaftliche Abhandlung von Prof. Schulmeister aus Hamburg ans Herz legen. Hier wird auf 130 Seiten ausführlich das Für und Wider der verschiedenen Begrifflichkeiten auseinander genommen. http://www.zhw.uni-hamburg.de/uploads/schulmeister-net-generation_v2.pdf
Mir persönlich ist es nicht wichtig, ob man mich als Digital Native oder anders bezeichnet. Ich fühle mich nicht ausgegrenzt, sondern habe doch als gestandener Mensch ausreichend Selbstvertrauen, zu dem zu stehen, was ich in meinem Leben (mit) aufgebaut habe. Und genug Selbstvertrauen, zu bewerten, welchen Nutzen neue Ideen einer neuen Generation bieten können, oder wo es eben doch Erfahrungswissen fehlt. Wichtig ist mir, dass wir in Sachfragen etwas angehen und nicht tatenlos zusehen, wie sich (mal wieder in der Geschichte) die Generationen auseinander entwickeln.
3) Wir sollten nicht über Gräben und Mißtrauen reden, ohne konkrete Anlässe dafür zu haben. Sonst führen wir eine gefährliche Scheindiskussion.
Ich hatte vor fünf Tagen, gleich nach der Scope08, das Thema "Erfahrungen zum Austausch zwischen Jugendlichen/Studenten und Management/Politik » Worauf lassen wir uns ein?" gepostet.
http://www.dnadigital.de/networks/forum/thread.3981:1#posting_3981_15938
Darin hatte ich erstmals meine Sicht u.a. zum Thema Ernsthaftigkeit der Unternehmen und Manager geschildert und versucht, mehr darüber zu erfahren, wer bisher welche persönlichen Erlebnisse im Dialog zwischen Jugend und Management/Politik hatte.
I
nsofern würde ich gern mehr über bisherige Erfahrungen von Euch/Ihnen im Austausch zwichen Jugend und Management/Politik erfahren.
Hat schon mal jemand schlechte Erfahrungen gemacht?
Kann jemand über besonders gute Erlebnisse berichten?
Wie sind persönliche Gespräche bisher abgelaufen?
Gab es Überraschungen? Was passierte im Nachgang?
Wer hat wie profitiert?
Können wir daraus etwas für DNA_digital ableiten?
Darüber hatte ich mir eine Konkretisierung erhofft. Leider habe ich bisher darauf nur wenig Antworten und keine einzige persönliche Erfahrung erhalten.
Mein Eindruck vom CoreMedia OpenSpace, von der Scope08 und vielen persönlichen Gesprächen der letzten Jahre mit jungen Menschen ist, dass die Gräben weit weniger groß sind, als es scheint. und alle Seiten an der Sicht und Meinung des Anderen interessiert sind. Aber hier haben wir auch persönlich miteinander gesprochen. Nicht nur digital getextet.






