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Bridges & Ditches

AutorBeitrag

am 11.09.2008 geschrieben am 11.09.2008 geschrieben

Heute erreichte mich ueber meine regulaere Emailadresse von einem Mitglied dieser Plattform folgendes zu DNAdigital:

"... aber da ich nicht wirtschaftlich von den leuten da abängig bin, kann ich mir die wahrheit erlauben. und den begriff digital native finde ich scheisse! ihr grabt schöne, tiefe gräben damit aus, und die brücken darüber wollt ihr dann den unternehmen verkaufen. ich bon doch nicht so blöd das nicht zu registrieren. aber mit digital nativ wird es nicht funktionieren. ich hab was gegen gräben schaufeln. ... warum sagt ihr also nicht, dass euer business model mit dem it gipfel in consulting für brückenbau besteht?"

Zunaechst einmal finde ich es sehr schade, dass diese Meinung nicht direkt auf der Plattform kundgetan wird, wo es sich doch um so eine fundamentale Kritik an dem gesammten Projekt handelt. Weshalb haben wir diese Foren - da kann man doch seine Meinung kundtun - gerade wenn sie NICHT zum vermeintlichen "mainstream" passt.

Ich eroeffne jetzt einfach das Thema, um zu erfahren, wer noch so denkt und wie wir es erreichen koennen, dass das Projekt nicht als solches verstanden wird. Denn dann haetten wir es an die Wand gefahren!

Meine ureigenen Beweggruende, mich fuer dieses Projekt zu engagieren und es nach vorne zu treiben, ist die Tatsache, dass ich denke, das in der Tat ein Dialog zwischen TopManagement und Nachwuchs (man kann ihn, muss ihn aber nicht digital native nennen) sehr fruchtbar fuer beide Seiten sein kann. Und mit dem IT Gipfel habe ich die Chance gesehen, wirklich junge Menschen mit Managern zusammen zu bringen ...

Also meine Frage an Euch, die ich u.a. aus dieser Kritik mitnehme: Besteht ein Graben zwischen den digital natives und klassischen Unternehmensstrukturen oder wird dieser nur herbeigeredet?

Danke fuer euer feedback und danke auch fuer eine offene Auseinandersetzung!

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am 12.09.2008 geschrieben am 12.09.2008 geschrieben

Dieser Artikel im Handelsblatt vom 10.9.2008 gibt auch noch ein paar spannende insights!
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/strategie/schwarze-loecher-im-web-2-0;2035439

Danke Tina fuer den Hinweis!

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am 12.09.2008 geschrieben am 12.09.2008 geschrieben

Also ich kann die Kritik schon etwas nachvollziehen, wobei ich nicht verstehe warum es per PN passiert. Es wäre, wie du schon geschrieben hast, ein gutes Thema zum posten und diskutieren gewesen. Aber so ist es ja auch hier gelandet (web2.0 ;-))
Verstehen der Kritik deswegen, da auch ich häufig zu sehr die eine und die andere Seite wahrnehme: Also hier die DN, NetGeneration oder wie auch immer und auf der anderen Seite die Top-Entscheider. Die Ist-Situation entspricht natürlich auch diesen beiden "Polen" (von wenigen Bsp. abgesehen) und hier liegt auch die Chance des IT-Gipfel: Dieser bietet die Möglichkeit eine Brücke der Kommunikation zu schlagen, sich kennen zu lernen, voneinander zu profitieren....
Brücken und Gräben: Ich sehe diese Plattform als "Workshop zum Brückenbau" und wenn ich merke, dass an einer Stelle Gräben ausgehoben werden, dann würde ich einen Baustop formulieren, zur Diskussion stellen...

Wenn wir von dem ganzen IT, Web2.0 usw. mal absehen, dann geht es doch letztlich darum, dass sich gesellschaftlich (hier im Bereich Wirtschaft) etwas verändert: Dass die junge Generation mit den anderen Generationen kommuniziert und das im besten Fall Beide etwas daraus lernen können, sich gegenseitig bereichern.... (das im neuen Paradigma nicht erst die junge Generation sich "hochdienen" muss, sondern durchaus auch einiges ohne "Label" beitragen kann...)
Hier sehe ich eine einmalige und gute Chance den Wen2.0 Gedanken zu leben - es wäre schade, wenn einerseits die Gräben ausgehoben würden (da kann man/frau nämlich auch selbst hineinfallen) und andererseits diese Chance nicht genutzt würde diese unglaublichen Ressourcen zu nutzen....

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am 12.09.2008 geschrieben am 12.09.2008 geschrieben

"Alexander Rausch":

Also ich kann die Kritik schon etwas nachvollziehen, wobei ich nicht verstehe warum es per PN passiert. Es wäre, wie du schon geschrieben hast, ein gutes Thema zum posten und diskutieren gewesen. Aber so ist es ja auch hier gelandet (web2.0 ;-))
Verstehen der Kritik deswegen, da auch ich häufig zu sehr die eine und die andere Seite wahrnehme: Also hier die DN, NetGeneration oder wie auch immer und auf der anderen Seite die Top-Entscheider. Die Ist-Situation entspricht natürlich auch diesen beiden "Polen" (von wenigen Bsp. abgesehen) und hier liegt auch die Chance des IT-Gipfel: Dieser bietet die Möglichkeit eine Brücke der Kommunikation zu schlagen, sich kennen zu lernen, voneinander zu profitieren....
Brücken und Gräben: Ich sehe diese Plattform als "Workshop zum Brückenbau" und wenn ich merke, dass an einer Stelle Gräben ausgehoben werden, dann würde ich einen Baustop formulieren, zur Diskussion stellen...

Wenn wir von dem ganzen IT, Web2.0 usw. mal absehen, dann geht es doch letztlich darum, dass sich gesellschaftlich (hier im Bereich Wirtschaft) etwas verändert: Dass die junge Generation mit den anderen Generationen kommuniziert und das im besten Fall Beide etwas daraus lernen können, sich gegenseitig bereichern.... (das im neuen Paradigma nicht erst die junge Generation sich "hochdienen" muss, sondern durchaus auch einiges ohne "Label" beitragen kann...)
Hier sehe ich eine einmalige und gute Chance den Wen2.0 Gedanken zu leben - es wäre schade, wenn einerseits die Gräben ausgehoben würden (da kann man/frau nämlich auch selbst hineinfallen) und andererseits diese Chance nicht genutzt würde diese unglaublichen Ressourcen zu nutzen....



danke alexander!
das genau ist auch die chance, die ich sehe!
und daran sollten wir arbeiten ... alle gemeinsam.

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am 05.10.2008 geschrieben am 05.10.2008 geschrieben

"ulrike reinhard":

Heute erreichte mich ueber meine regulaere Emailadresse von einem Mitglied dieser Plattform folgendes zu DNAdigital:

"... aber da ich nicht wirtschaftlich von den leuten da abängig bin, kann ich mir die wahrheit erlauben. und den begriff digital native finde ich scheisse! ihr grabt schöne, tiefe gräben damit aus, und die brücken darüber wollt ihr dann den unternehmen verkaufen. ich bon doch nicht so blöd das nicht zu registrieren. aber mit digital nativ wird es nicht funktionieren. ich hab was gegen gräben schaufeln. ... warum sagt ihr also nicht, dass euer business model mit dem it gipfel in consulting für brückenbau besteht?"


Liebe Ulrike, danke Dir, dass Du die Kritik öffentlich gemacht hast. Mir gibt das Feedback sehr zu denken. Wenn ich die Kritik richtig verstehe, kommen mehrere negative Punkte zusammen:

1. Der Begriff DNAdigital kommuniziert etwas Trennendes statt etwas Verbindendes und schafft daher Probleme, wo keine waren.

2. Vor diesem Hintergrund erscheint die Intention der DNAdigital-Initative fraglich. Es entstand der Eindruck, dass es am Ende doch nur um Geschäftemacherei geht: Beratung für Brückenbau.

3. Den Teilnehmern wird schließlich vorgeworfen, nicht offen und ehrlich zu kommunizieren, da sie wirtschaftlich abhängig seien.

Offen gesagt: Das schmerzt. Denn ich kann die Punkte zum Teil nachvollziehen und gleichzeitig stehen sie im krassen Widerspruch zu unseren anfänglichen Zielen. Leider hatte ich die letzten Wochen viel zu wenig Gelegenheit, direkt am Dialog teilzunehmen. Eher indirekt im Kontakt mit einzelnen Mitgliedern habe ich kritische Rückmeldungen gehört.

Gern will ich daher kurz den Hintergrund erläutern, wie es zu DNAdigital kam:

Die erste Idee für eine solche Plattform für den Dialog zwischen jungen Menschen und Vertretern der Wirtschaft entstand bereits vor über einem Jahr. Mir ging in einer Runde mit Hamburger Wirtschaftsvertretern mehr und mehr auf, dass es ein krasses Missverhältnis zwischen den Entscheidern in Wirtschaft plus Politik und den eigentlichen Know-how-Trägern gibt. Ich wurde vermehrt zu Diskussionsrunden eingeladen, um über die Zukunft der Bildung, der interaktiven Medien und des Internets zu diskutieren. Doch auch dort waren die eigentlichen Experten nicht vertreten: die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in Bezug auf die Internetnutzung bereits in der Zukunft leben.

Meine Überzeugung war, dass die nächste Generation gleichberechtigt an den Tisch gehört und ihre Sicht auf Medien, Copyright, Patente, Kommunikation etc. von den "Mächtigen" wirklich ernst genommen werden sollte. In einem Gespräch mit Timo Heuer fiel der Satz von Steve Jobs: "Lass uns eine Delle ins Universum machen". Das war der Anspruch für die Initiative. Und diese Idee ging mir nicht mehr aus dem Kopf.

Bei der Nachbesprechung des 2. IT-Gipfels fiel mir erneut auf, dass zum Thema Medienwelt der Zukunft die eigentlichen Experten nicht am Tisch saßen. Daher schlug ich von, das zu ändern. Einige Vertreter der Wirtschaft waren recht offen für die Idee, die junge Generation ernst zu nehmen und als gleichberechtigte Gesprächspartner einzuladen. Das hat mich sehr motiviert. Nach und nach überzeugten wir die Vertreter der Großunternehmen und sogar Frau Bundesanzler Angela Merkel. Und so wurde die "Delle" zu "DNAdigital".

Vor diesem Hintergrund gehen mir zur obigen Kritik die folgenden Punkte durch den Kopf:

1. DNAdigital markiert in der Tat eine Differenz. Vielleicht eine zu starke, da augenscheinlich unüberbrückbare. Gleichzeitig markiert sie eine relevante Differenz, die nicht unwichtig ist, um den Firmenvertretern zu erläutern, warum die nächste Generation Experte für eine Reihe von Themen ist. Ich würde die Differenz daher nicht leugnen wollen, sie aber auch nicht überbetonen.

2. Das muss jeder für sich beantworten. Geld ist im Leben nicht alles und das erkennen mehr und mehr Menschen, Gruppen und Firmen. Wer diesbezüglich Inspiration sucht, wird beim Nobelpreisträger Herrn Muhammad Yunus fündig. Ich bin überzeugt, dass diejenigen, die noch immer an Geld als das höchste und einzige Ziel glauben, an der Wall Street gerade schmerzhaft eines Besseren belehrt werden.

Ich persönlich habe den Anspruch, dazu beizutragen, dass die Menschen in meiner Umgebung wachsen können. Das gibt mir Energie. Wenn es mir nur ums Geld ginge, hätte ich meinen Job schon nicht mehr. Gleichzeitig halte ich es für alles andere als verkehrt, wenn es sich wirtschaftlich bezahlt macht, ethisch richtig zu handeln. Es wäre traurig, wenn die Welt tatsächlich ein Nullsummenspiel wäre, bei dem es nur um Schlitzohrigkeit und Profit ginge.

3. Die Frage kann ich nur für mich beantworten. Ich sage an anderen Stellen so auch hier meine ehrliche Meinung. Die mag nicht allen schmecken. Das kann sie auch gar nicht. Doch damit kann und muss ich leben. Wer einen Unterschied machen will, muss bereit sein, anzuecken. Für offenen und ehrlichen Widerspruch, der inhaltlich motiviert ist, empfinde ich viel Respekt. Für aufgesetzte Zustimmung nicht. Ich glaube nicht an künstliche Masken und ein poliertes Image. Die werden in einer massiv vernetzten Welt eh genüsslich auseinander genommen.

Was meint Ihr? Wie können und sollten wir von hier aus weitermachen?

Alle Liebe,

Sören

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am 08.10.2008 geschrieben am 08.10.2008 geschrieben

"Sören Stamer":

"ulrike reinhard":

Heute erreichte mich ueber meine regulaere Emailadresse von einem Mitglied dieser Plattform folgendes zu DNAdigital:

"[...]"


Liebe Ulrike, danke Dir, dass Du die Kritik öffentlich gemacht hast. Mir gibt das Feedback sehr zu denken. Wenn ich die Kritik richtig verstehe, kommen mehrere negative Punkte zusammen:

1. Der Begriff DNAdigital kommuniziert etwas Trennendes statt etwas Verbindendes und schafft daher Probleme, wo keine waren.

2. Vor diesem Hintergrund erscheint die Intention der DNAdigital-Initative fraglich. Es entstand der Eindruck, dass es am Ende doch nur um Geschäftemacherei geht: Beratung für Brückenbau.

3. Den Teilnehmern wird schließlich vorgeworfen, nicht offen und ehrlich zu kommunizieren, da sie wirtschaftlich abhängig seien.


[...]

Ich sage an anderen Stellen so auch hier meine ehrliche Meinung. Die mag nicht allen schmecken. Das kann sie auch gar nicht. Doch damit kann und muss ich leben. Wer einen Unterschied machen will, muss bereit sein, anzuecken. Für offenen und ehrlichen Widerspruch, der inhaltlich motiviert ist, empfinde ich viel Respekt. Für aufgesetzte Zustimmung nicht. Ich glaube nicht an künstliche Masken und ein poliertes Image. Die werden in einer massiv vernetzten Welt eh genüsslich auseinander genommen.

Was meint Ihr? Wie können und sollten wir von hier aus weitermachen?

Alle Liebe,

Sören


Zunächst möchte ich an dieser Stelle Sören Stamer Respekt zollen für die ehrliche Antwort, für die er sich sichtbar Zeit genommen hat. Vor allem aber hat als erster die Kritik ernst genommen. Ulrike hat leider nicht die Kritik öffentlich gemacht, sondern meine an sie als persönliche Mail adressierte Botschaft die in einem bestimmten Kontext stand. Für eine Veröffentlichung war die Mail - wie man an der doch recht drastischen Wortwahl erkennt - nie gedacht.

Die E-Mail stand am Ende eines längeren Kommunikationsprozesses - auch mit einigen anderen Plattformmitgliedern - der sich aufgeschaukelt hat. Da die E-Mail mittlerweile schon zweifelhafte Berühmtheit als das "Kritik-Schreiben" erlangt hat (sogar mit eigenem Link bei Readers Edition http://www.readers-edition.de/2008/10/07/vom-safer-sex-zur-freien-liebe/#19125) empfinde ich es nur als fair, ebenso die Öffentlichkeit zu suchen, wie Ulrike dies mit meiner Mail ohne meine Zustimmung getan hat.

Aber zurück zu Sören Stamers Antwort... ich bin wie gesagt sehr positiv beeindruckt. Ich kann die Antwort 100% nachvollziehen. Jetzt wird mir allerdings erstmals klar, was die Intention von dnadigital ist bzw. sein sollte. Ich habe die Initiative bislang völlig anders wahrgenommen und das hat auch zu einigen Fragen bei mir geführt bis hin zu einigen Mails die ausgetauscht wurden. Weil ich mir anfangs unsicher war, ob ich das allein so sehe habe ich mehrere Teilnehmer der Plattform per Mail kontaktiert um mich zu vergewissern, dass ich eben NICHT allein bin. Ich werfe den TN nicht vor, aus wirtschaftlicher Abhängigkeit heraus keine Kritik zu äußern ich vermutete dies nur.

Auslöser, und das ist völlig richtig erkannt, ist Punkt 1 der zu Punkt 2 führt. Ethisch richtiges Handeln kombiniert mit Geschäft dagegen hat wirklich niemand etwas, im Gegenteil, das sollte das Businessmodell der Zukunft werden. Doch die Wahl des Begriffs "Digital Native" ist mehr als nur ein unglücklicher Zufall. Immerhin wird diese Frage bereits bei der Anmeldung zur Plattform gestellt. Die Plattform selbst beginnt schon vor ihrem eigentlichen Beginn, die Leute zu teilen ("Two Legs bad, Four Legs good"). Nein, so kann man doch keine Atmosphäre schaffen in der auf Augenhöhe kommuniziert wird!

Ich interessiere mich seit ich meinen ersten Amiga Computer hatte für Technologie. Ich programmiere seit ich einen Rechner habe und habe somit auch das Internet bereits um einige Dinge (darunter große Webapplikationen) bereichert. Doch sich als "Digital Immigrant" einsortieren lassen zu müssen, das hat mich echt nachdenklich gemacht. So nachdenklich, dass ich zunächst die Problematik des Begriffs in meinem Weblog thematisiert habe, in der Hoffnung, dass eben nicht nur die Plattform sich mit dem Begriff befasst, sondern auch andere, um eine möglichst ausgewogene Resonanz zu bekommen.

Der Beitrag ist online hier abrufbar:
http://www.ifeb.uni-bremen.de/wordpress_staedtler/?p=505

Nachdem ich leider wenig Resonanz auf die öffentliche Kritik an dem Begriff bekam, wandte ich mich an Personen die vermeintliche Meinungsführer innerhalb der Plattform waren. Dazu gehörte für mich Jonathan Imme, dem ich folgende mixxt-Mail sendete:

------------- BEGINN
hi jonathan.

um ganz ehrlich zu sein, komme ich mir bissel dämlich vor, dass es mich offenbar als einzigen interessiert, was der begriff nun wirklich bedeuten soll. aber, hey, sowas bin ich aus der wissenschaft gewohnt. und es gab ja auch mal die geschichte mit des kaisers neuen kleidern. da hat sich nur ein kind für die wahrheit interessiert.

ich finde den begriff völlig bescheuert, weil er eine künstliche linie schafft, die nichts bringt. was bringt es mir an zusatzinfo zu wissen, dass du jünger bist als ich, wenn wir uns beide einfach nur konstruktiv austauschen wollen darüber, wie die digitalen dinge laufen oder laufen sollten? genau, nix.

ich gehe auch nicht da raus und proklamiere lauthals, ich bin der digitale wegbereiter, auf dessen mühsam bereiteten wegen die jetzige jugend ihren claim als "digital native" mit delicious taggen kann nur weil es diese wegbereiter überhaupt gab. aber sich als immigrant beschimpfen zu lassen kotzt mich wirklich mächtig an. und wenn [...Personenname aus der Plattform...], meint er hat die Web 2.0-Weisheit mit Löffeln gefressen bitte. Es gibt bereits claims da draussen, die von leuten vor eurer zeit zusammengezimmert wurden (das haste jetzt davon, ich separiere mich von dir weil du ja "native" bist und ich nicht ... genau das hasse ich so an diesem begriff ...absolut kontraproduktiv). wer möchte mit leuten reden, die ihn (den sich als ureinwohner fühlenden) als immigranten bezeichnen?

jugend allein ist keine leistung. die jungendperspektive zu researchen und zu beschreiben nennt man trendscouting oder coolhunting, das ist dann eine leistung. die welt verändern wollen wir alle, sie retten nicht unbedingt jeder. aber so naiv zu sein, zu glauben, dass man in eine bestehende gruppierung (die nämlich die zuerst da waren und einen haufen aufgebaut haben) einfach so reinmarschieren kann und sagen kann "ätsch ist alles unsers und im übrigen seid ihr die immigranten die von nix plan haben" dafür braucht es wohl schon die volle naivität der jugend.

genau so aber kommt das rüber. und wenn das bei mir schon so ankommt, dann bin ich gespannt welche positive einstellung irgendein CEO dir entgegenbringt, wenn du ihn mit den worten empfängst: "sie sind hier in mein territorium eingewandert sie immigrant". lieber bin ich ein digitaler alien als ein immigrant, echt!

nur so zum nachdenken. mich macht der begriff wirklich wütend (merkt man hier jetzt sicher auch), weil er das miteinander zerstört. man merkt es aber auch an jureks kommentar, eigentlich möchte er, dass wir eine gruppe sind und uns alle zusammen sehen, was aber mit diesem begriff völlig unmöglich ist, weil er die eine gruppe überhöht darstellt. partner sollten sich auf gleicher ebene begegnen meiner meinung nach.

just meine letzten gedanken zu dem thema für heute,
servus, helge

Mir gehts hier echt um die Sache. Ich sehe das als gefährlich an diesen Begriff weiter zu branden und zu pushen. Weil er implizit definitiv spaltet und nicht nur zwischen CEO's und euch, sondern offenbar auch schon untereinander.
------------------- ENDE

Diese Mail drückt aus wie sehr mich das bewegt hat. Ich hatte die Hoffnung, dass meine Kritik vielleicht etwas gedämpfter weitergetragen wird durch Jonathan. Was aber eher nicht passierte und was ich ja auch nicht verlangen konnte.

Die Nachricht, die dann später an Ulrike Reinhard ging, lief nicht innerhalb von mixxt, sondern primär über Skype (es ist also zunächst gar keine E-Mail gewesen). Ich habe Ulrike Reinhard auf der SCOPE 2007 erstmalig persönlich getroffen. Danach haben wir immer mal wieder in Abständen Kontakt gehabt. Zum Zeitpunkt, als ich die besagte Nachricht an Ulrike schrieb, war zwischen uns beiden jedoch aus anderen Gründen (die hier nicht hergehören) gerade nicht das beste Verhältnis, also ein wenig Zwist.

Ich hatte bereits einige Anläufe genommen und E-Mails vorformuliert die ich bislang nicht an Ulrike versandt hatte, weil sie schlicht nicht "sendefähig von ihrer Wortwahl" waren, ich aber nicht in der Lage war, sie umzuformulieren, bis... ja bis Ulrike aktiv danach gefragt hat und mir zudem vorwarf aggressiv und frustriert zu sein. Was in Bezug auf die Entwicklung der Diskussion um "Digital Immigrants" auch ganz sicher zutraf.

Als Antwort auf ihre Frage entstand dann die tatsächliche E-Mail, die nur zu einem kleinen Teil einen Bezug zu DNAdigital hatte und zu einem größeren Teil mit unserem Zwist zu tun hatte (schließlich war die Mail schon vorformuliert gewesen, aber eben nie versandt worden bis dahin).

Ich wäre nie davon ausgegangen, dass Ulrike die Nachricht veröffentlicht, zumal ich sie explizit darum gebeten habe es nicht zu tun. Da ich nicht weiß, wem Ulrike den Absender schon alles preisgegeben hat, möchte ich jetzt die Gelegenheit ergreifen und zu diesem Vorgehen einen möglichst konstruktiven Beitrag leisten. Bestärkt hat mich darin Sören Stamers Reaktion und EINZIG SEINE Reaktion!!

Ich finde Sören Stamers Beitrag uneingeschränkt klasse. Zu Punkt 1 & 2 habe ich meine Ansichten mehr als klar gemacht. Da auf die inhaltliche Kritik am Begriff "Digital Immigrant" nur unwesentlich eingegangen wurde, musste ich vermuten, dass es wohl doch um Geschäft ging. Deshalb finde ich es außerordentlich wertvoll hier den wahren Beweggrund für DNAdigital zu erfahren, der erstmals nachvollziehbar und unterstützenswert erscheint und sich eigentlich fast auf ein Motto eines Grönemeyer Songs stützt "Gebt den Kindern das Kommando. [...]". Das heißt ja eigentlich soviel wie: "nehmt sie ernst begegnet ihnen auf augenhöhe und räumt ihnen macht zum handeln ein."

Zu Punkt 2, wie gesagt das war eine eher hilflose Vermutung. Was das Geldsystem anbelangt finde ich Muhammad Yunus Arbeit mit Mikrokrediten prima, doch löst seine ehrenwerte Arbeit meiner Ansicht nach nicht das Problem, was dem Geldsystem inhärent ist. Wer diesbezüglich Inspiration sucht, wird bei Komplementärwährungssystemen fündig oder er liest einfach das Buch "Momo" nochmal ganz aufmerksam; oder noch besser er verfolgt einfach den Weg, wo seine Guthabenzinsen bei der Bank herkommen einmal ganz bis zur Quelle zurück. Das gleiche tut man dann nochmal mit den Kosten der Unternehmer für die Schuldenzinsen und guckt, nach in welchen Produkten der Anteil am Preis für Schuldenzinsen wie hoch ist.

Ich möchte hier gerne einen Unterschied machen in allen drei von Sören Stamer angesprochenen Punkten. Nun wie kann und sollte man von hier aus weitermachen? Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten, denn nun da das eigentliche Ziel klarer ist ("Kinder an die Macht!"), wird die Distanz dahin deutlicher - und sie wirkt sehr groß. Momentan bin ich da überfragt, vielleicht wären kleinere Teilziele ein erster Schritt auf dem Weg.

Wovon man sich jedoch meiner Ansicht nach lösen sollte ist das Begriffspaar "Native/Immigrant". Warum kann man nicht einfach in der digitalen Welt (ein-)heimisch werden, sich darin wohlfühlen und diese mitgestalten? Dazu muss doch niemand aus- oder gar einwandern, oder?

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am 08.10.2008 geschrieben am 08.10.2008 geschrieben

Ui Ui Ui Helge. Das ist aber mal ein Kommentar.

Ich sehe das 2 Welten und 2 Ansichtsweisen gerade krass aufeinanderprallen. Und das ist ja gerade das was hier BISHER nicht passiert ist. Die Unternehmer "da oben" haben mit den Menschen "da unten" nicht viel zu tun weil sie zu stark mit dem Delegieren beschäftigt sind. Den Unternehmern, Beratern geht es in erster Linie um Zahlen und Prozesse wohingegen es dem Gros der Menschen um den Menschen geht. Das Clue Train Manifest, Firefox, Wiki, etc. sind nur eine Manifestierung dieser Einstellung.
(Ich weiß das ich hier polarisiere aber unter dem Strich ist an der Aussage was dran).

Die Idee von DNAdigital ist es, soweit ich das verstanden habe, diese beiden Welten zusammenzubringen. Dass es da krasse Diskrepanzen gibt ist klar. Und das die "Top-Entscheider" nicht die Zeit für so eine "Kinderplattform" haben ist auch klar. Bei der Plattform geht es ja nicht um ihre Welt, die Welt der Zahlen, sondern um Menschen. Daher partizipieren hauptsächlich eben diese "Kinder". Es gibt aber auch Leute die den "Kinderschuhen" entwachsen sind (hat hier nix mit dem Alter zu tun) und aus ihrer Erfahrung wissen dass wenn ein Unternehmen irgendwo beteiligt ist, irgendwo auch Interessen des Unternehmens bzw. des Unternehmers verfolgt werden. Diese den "Kinderschuhen" Entwachsenen wollen sich aber nicht für blöd verkaufen und sagen sich dann "Ach sollen die nur machen, die werden schon sehen was die davon haben".

Aus dem Grund passiert hier nicht wirklich viel bzw. es musste dazu kommen das es knallt. Helge, du bist nicht der erste der sich gefragt hat was das hier soll. Ich habe auch schon 2 Anfragen diesbezüglich bekommen. Wahrscheinlich bist du der einzige der das so krass formuliert hat.

Hätte die Plattform aber nicht diesen polarisierenden Namen, dann wären wahrschenlich noch weniger Menschen hier. Bisher haben wir 278 angemeldete Mitglieder, was ja nicht gerade wenig ist, bzw. dafür spricht dass es doch ein gewisses Interesse gibt.

Ich bin jemand der den Dingen ins Auge blickt und wenn mir was nicht gefällt ich den Leuten das dann auch sage. Ich finde daher das Treffen in Berlin spannend, wobei ich beim ersten Treffen nicht dabei sein kann. Vielleicht beim Zweiten. Auch die Diskussionen und die Leute die man dadurch kennen lernt finde ich spannend. Wäre ich nicht auf der Plattform hätte ich von der Konversation hier nicht wirklich viel mitbekommen. Deshalb sehe ich es nicht als Zeitverschwendung an hier und da ein wenig zu posten. Das Mindeste was man hieraus ziehen kann ist die Erfahrung. Und wir werden sehen was die Zukunft uns bringt.

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am 08.10.2008 geschrieben am 08.10.2008 geschrieben

Helge, ich habe niemandem gesagt, wer mir geschrieben hat.
Aber wenn mich jemand so aggressive und"unter der Guertellinie angeht" dann suche ich nach einem Weg fuer mich, damit umzugehen. und ich bin froh, dass du jetzt das ganze aufgreifst ... wenn man redet, wird ein schuh draus. danke!
LG, ulrike

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am 08.10.2008 geschrieben am 08.10.2008 geschrieben

Heute morgen habe ich lange mit Willms Buhse ueber exakt diese Thema gesprochen ... da staut sich auf beiden seiten "digital native" und "unternehmen" sehr viel auf - in dem projekt ist intern und auch extern soviel spannung (die manchmal auch schwer auszuhalten ist), dass ich mir wirklich nur wuensche, dass diese spannung in energie fuer die sache - wie sie auch von soren jetzt nochmal dargestellt wurde - umgewandelt wird.

auf beiden seiten bestehen vorurteile - nicht immer sind so klasische 2.0 werte wie transparenz, offenheit, toleranz und vertrauen im eigentlichen projekt umzusetzen. hier ein beispiel dazu: die manager im unternehmen haben DNAdigital nicht ganz oben auf hrer prioritaetenliste stehen, meinen es dennoch ernst - dies an "digital natives" zu kommunizieren, die eine grundhaltung haben, das unternehmen grundsaetzlich nur profitorientiert denken, ist schwer.
aber gerade diese werte sind es, die hier von allen beteiligten eingefordert werden und nur durch diese werte koennen wir einen nachhaltigen austausch erreichen und vertrauen schaffen ... dann beginnt ein gespraech!

wir sind hier nicht kurzfristig nur auf den 3.11. fixiert, das ist eine sache, die weiter gehen soll, wenn sie denn die kraft und die energie dazu hat. meiner meinung nach hat sie es - auch wenns manchmal weh tut!

ich hab heute morgen im telefonat mit willms einiges gelernt und mitgenommen! danke dafuer!

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am 08.10.2008 geschrieben am 08.10.2008 geschrieben

Noch eine Sache zu Sören, Helge und Muhammad Yunus.

Ich verstehe nicht weswegen er einen Friedensnobelpreis bekommen hat. Der Ackermann bekommt doch auch keinen, oder?

Muhammad Yunus hat Mikrokredite an Bedürftige gegeben.
Ackermann gibt auch Kredite an "Bedürftige".

Die Bedürfnisse sind nicht die zwar nich die Gleichen aber unter dem Strich tuen beide das gleiche. Und beide machen eigentlich ein Bombemgeschäft. Durch den Zins und die Zahlungswilligkeit der Menschen bekommen sie automatisch mehr Geld zurück als sie rausgegeben haben. Das widerspricht dem Urprinzip des Handelns was eigentlich nichts anderes als ein Tauschgeschäft ist. Und sie machen beide für ihr Unternehmen einen guten Reibach.

Hätte Muhammad Yunus entweder sein Geld verliehen oder das Geld investiert, mit dem Risiko den Verlust zu tragen, wäre der Freidensnobelpreis eher gerechtfertigt gewesen. So aber belohnt man einen Unternehmer dafür das er menschliches Verhalten (Erfüllung eines Vertrages bzw. einer Verantwortung die man selbst aufnimmt) für seinen eigenen Profit ausnutzt. Das ist nix anderes als Gier.

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