Moin zusammen!
Willms hatte hier -- http://www.dnadigital.de/networks/blog/post.willms:19 -- zu einem Online JAM ausgerufen.
Und Felix hatte hier -- http://www.dnadigital.de/networks/wiki/index.openspace%20%2807_12_09%29 -- ein Wiki dazu eröffnet, dass wir zusammenfassend auch gut nutzen können. Ich denke aber ein Forum ist die Beste Möglichkeit um zu "Jamen".
Für alle die nicht wissen von was für einem IT Gipfel wir sprechen, schaut hier -- http://www.dnadigital.de/networks/events/show_event.10744 --
Diese Kategorie beschäftigt sich mit dem Thema was denn lebenslanges Lernen heißt und welche Ansätze der Umsetzung wir finden können! Was meint ihr?
Willms hatte hier -- http://www.dnadigital.de/networks/blog/post.willms:19 -- zu einem Online JAM ausgerufen.
Und Felix hatte hier -- http://www.dnadigital.de/networks/wiki/index.openspace%20%2807_12_09%29 -- ein Wiki dazu eröffnet, dass wir zusammenfassend auch gut nutzen können. Ich denke aber ein Forum ist die Beste Möglichkeit um zu "Jamen".
Für alle die nicht wissen von was für einem IT Gipfel wir sprechen, schaut hier -- http://www.dnadigital.de/networks/events/show_event.10744 --
Diese Kategorie beschäftigt sich mit dem Thema was denn lebenslanges Lernen heißt und welche Ansätze der Umsetzung wir finden können! Was meint ihr?
Die Aussage, dass wir bis ans "Ende unserer Tage" lernen müssen um in dieser Gesellschaft bestehen zu können, ist unbestritten - gerade Fachbereiche wie die IT ändern sich so ransant, dass man schnell den Anschluss verlieren kann.
Das führt m.E. dazu, dass eine einmal erworbene Qualifikation relativ schnell an Wert verliert - welchen Wert hat heute noch ein Studium der Nachrichtentechnik, wenn der Abschluss 20 Jahre zurückliegt und man (bedingt durch berufliche Auslastung) wenig Zeit hatte, den rasanten Fortschritt nachzuholen?
Abgesehen von personellen Problemen ist unser heutiges Bildungssystem viel zu träge, um zeitnah reagieren und aktuelle Inhalte lehren zu können, geschweige denn die in den letzten zwei Jahrzehnten entstandenen Fakten als Grundlagenwissen zu vermitteln. Weiterhin fördert das System nicht das Individuum und die individuelle Entwicklung, sondern bemüht sich (abgesehen von Ausnahmen wie Waldorfschulen und anderen) eher um eine Gleichschaltung auf einen gemeinsamen Nenner.
Die Bildungsreformen der letzten Jahre wurden, wenn überhaupt, nur inkonsequent umgesetzt:
- Die "jede Stunde zählt" Politik bringt nichts, wenn ausgefallene Stunden durch "eigenverantwortliches Arbeiten (EVA)" ersetzt werden.
- Vor über zehn Jahren hieß es: Runter mit den Klassengrößen. Das hat allenfalls in den Leistungskursen der Oberstufen funktioniert - viele Lehrkräfte kämpfen immer noch mit 25 oder mehr Schülern.
Aus diesen systemischen Problemen schließe ich, dass die für unsere ständige Fortbildung nötige Leistung kaum vom heutigen Bildungssystem erbracht werden kann: Das Individuum ist also gefragt, und wie immer wenn es um individuelle Leistungen geht, auch der individuelle Geldbeutel.
Denn wie man es dreht und wendet: Bildung ist teuer - ob ich als Gasthörer in die Uni gehe, mich an der Volkshochschule einschreibe, ein Fernstudium mache oder zuhause freies Lernen mit Wikipedia etc betreibe. Entweder kostet der Kurs an sich Unsummen oder ich verzichte auf kostbare Zeit, die gerade für voll Berufstätige und Selbstständige kaum mit Gold aufzuwiegen ist.
Meine Forderungen also:
Freies, individuelles Lernen fördern, Methodiken statt altbackenem Wissen vermitteln.
Lehrmethoden überdenken.
Personalmangel im Bildungswesen beheben: Gut bezahlte, hochmotivierte Lehrkräfte darf es nicht nur an Elite-Unis geben.
Wir-Bewusstsein fördern: Das kollektive Bewusstsein unserer Generation als Ganzes bietet an Potential mehr als die Summe der Individuen.
Bei Reformen Mut statt Zaghaftigkeit beweisen, in der Umsetzung konsequenter sein.
Das führt m.E. dazu, dass eine einmal erworbene Qualifikation relativ schnell an Wert verliert - welchen Wert hat heute noch ein Studium der Nachrichtentechnik, wenn der Abschluss 20 Jahre zurückliegt und man (bedingt durch berufliche Auslastung) wenig Zeit hatte, den rasanten Fortschritt nachzuholen?
Abgesehen von personellen Problemen ist unser heutiges Bildungssystem viel zu träge, um zeitnah reagieren und aktuelle Inhalte lehren zu können, geschweige denn die in den letzten zwei Jahrzehnten entstandenen Fakten als Grundlagenwissen zu vermitteln. Weiterhin fördert das System nicht das Individuum und die individuelle Entwicklung, sondern bemüht sich (abgesehen von Ausnahmen wie Waldorfschulen und anderen) eher um eine Gleichschaltung auf einen gemeinsamen Nenner.
Die Bildungsreformen der letzten Jahre wurden, wenn überhaupt, nur inkonsequent umgesetzt:
- Die "jede Stunde zählt" Politik bringt nichts, wenn ausgefallene Stunden durch "eigenverantwortliches Arbeiten (EVA)" ersetzt werden.
- Vor über zehn Jahren hieß es: Runter mit den Klassengrößen. Das hat allenfalls in den Leistungskursen der Oberstufen funktioniert - viele Lehrkräfte kämpfen immer noch mit 25 oder mehr Schülern.
Aus diesen systemischen Problemen schließe ich, dass die für unsere ständige Fortbildung nötige Leistung kaum vom heutigen Bildungssystem erbracht werden kann: Das Individuum ist also gefragt, und wie immer wenn es um individuelle Leistungen geht, auch der individuelle Geldbeutel.
Denn wie man es dreht und wendet: Bildung ist teuer - ob ich als Gasthörer in die Uni gehe, mich an der Volkshochschule einschreibe, ein Fernstudium mache oder zuhause freies Lernen mit Wikipedia etc betreibe. Entweder kostet der Kurs an sich Unsummen oder ich verzichte auf kostbare Zeit, die gerade für voll Berufstätige und Selbstständige kaum mit Gold aufzuwiegen ist.
Meine Forderungen also:
Freies, individuelles Lernen fördern, Methodiken statt altbackenem Wissen vermitteln.
Lehrmethoden überdenken.
Personalmangel im Bildungswesen beheben: Gut bezahlte, hochmotivierte Lehrkräfte darf es nicht nur an Elite-Unis geben.
Wir-Bewusstsein fördern: Das kollektive Bewusstsein unserer Generation als Ganzes bietet an Potential mehr als die Summe der Individuen.
Bei Reformen Mut statt Zaghaftigkeit beweisen, in der Umsetzung konsequenter sein.
Für mich ist lebenslanges Lernen ein wichtiger Punkt, ich interessiere mich eh für so viele
Themengebiete, da hat Amazon sowieso einen dankbaren Bücherkunden. aber im Unternehmen hieße lebenslanges Lernen für mich quasi Weiterbildung 2.0.
Ich denke man wird sich immer mehr aussuchen können welche beruflichen Inhalte, Skills und Zusatzqualifikationen man sich aneignen möchte. Hierfür sollte eine transparentere Infrastruktur geschaffen werden. Keine pauschal ausgesuchten Seminare, sondern die Möglichkeit das buchen zu können was interessiert. Die Seminare der Personalentwicklung meines Arbeitsgebers z.B. sind zwar mitnichten nutzlos, es sind sogar sehr gute dabei, aber es gibt halt nur Themen exakt zum Thema Vertrieb. Es fehlt eine Wahlmöglichkeit und vor allem überhaupt die Möglichkeit und die Infrastruktur zu langfristiger Entwicklung.
Damit einher kommt das der einmal eingenommene Arbeitsplatz auch flexibler werden muss. Wenn sich der Mitarbeiter weiterentwickelt sollte sich auch das Tätigkeitsfeld ändern. Hier sind die Führungskräfte gefragt, kreativ zu agieren. Sonst könnte das zu erhöhter Fluktuation führen, wenn nicht viele Kündigungen sogar aus diesem Grund passieren. Es wäre doch einfacher und auch lohnenswerter fähige, erfahrene und in einem Team gut eingespielte Mitarbeiter zu halten durch intelligentes Management!
Themengebiete, da hat Amazon sowieso einen dankbaren Bücherkunden. aber im Unternehmen hieße lebenslanges Lernen für mich quasi Weiterbildung 2.0.
Ich denke man wird sich immer mehr aussuchen können welche beruflichen Inhalte, Skills und Zusatzqualifikationen man sich aneignen möchte. Hierfür sollte eine transparentere Infrastruktur geschaffen werden. Keine pauschal ausgesuchten Seminare, sondern die Möglichkeit das buchen zu können was interessiert. Die Seminare der Personalentwicklung meines Arbeitsgebers z.B. sind zwar mitnichten nutzlos, es sind sogar sehr gute dabei, aber es gibt halt nur Themen exakt zum Thema Vertrieb. Es fehlt eine Wahlmöglichkeit und vor allem überhaupt die Möglichkeit und die Infrastruktur zu langfristiger Entwicklung.
Damit einher kommt das der einmal eingenommene Arbeitsplatz auch flexibler werden muss. Wenn sich der Mitarbeiter weiterentwickelt sollte sich auch das Tätigkeitsfeld ändern. Hier sind die Führungskräfte gefragt, kreativ zu agieren. Sonst könnte das zu erhöhter Fluktuation führen, wenn nicht viele Kündigungen sogar aus diesem Grund passieren. Es wäre doch einfacher und auch lohnenswerter fähige, erfahrene und in einem Team gut eingespielte Mitarbeiter zu halten durch intelligentes Management!
Wenn es weniger um das Faktenwissen geht, dann stehen Kompetenzen und Persönlichkeitsbildung in der Schule auf dem Programm. Die Frage ist: Wie können wir unter dieser Zielsetzung das System so umgestalten, dass es auch wirksam werden kann? Klassengrößen ist das Eine, was aber gelegentlich auch überbewertet wird. Klar hätte ich gerne weniger als 20 Leute in einer Klasse statt 30 und mehr, was wirklich keine Seltenheit ist.
Aber mehr noch stört das Stundenraster, welches den Tagesrythmus vorgibt. 45 bis 90 Minuten müssen reichen, um sich mit einem Thema zu beschäftigen. Danach ist das nächste Thema dran - ohne wenn und aber. Wer arbeitet heute in Unternehmen dauerhaft und produktiv so? Warum darf ein Schüler nicht im Rahmen eines von ihm selber favorisierten Projektes Englisch, Erdkunde und Physik gleichzeitig lernen. Warum glauben Lehrer immer noch, Schüler würde nur lernen, wenn a) ein Lehrer anwesend ist und b) der Lehrer sagt, wo es langgeht?
Es ist vor allen Dingen eine Frage der Schulkultur. Und hier können auch Unternehmen klar formulieren, was sie gerne als Abgänger von der Schule erhalten wollen. Bei aller Innovation glaube ich leider, dass es nicht die oben genannten Fähigkeiten sind, sondern vor allen Dingen die so genannten "Basics" von rechnen & schreiben. Und wenn das das Zentrale ist, haben die Schulen die Legitimation den Unterricht weiter so zu verstehen, wie viele es tun.
http://www.youtube.com/watch
(Quelle: www.literatenmelu.de)
Aber mehr noch stört das Stundenraster, welches den Tagesrythmus vorgibt. 45 bis 90 Minuten müssen reichen, um sich mit einem Thema zu beschäftigen. Danach ist das nächste Thema dran - ohne wenn und aber. Wer arbeitet heute in Unternehmen dauerhaft und produktiv so? Warum darf ein Schüler nicht im Rahmen eines von ihm selber favorisierten Projektes Englisch, Erdkunde und Physik gleichzeitig lernen. Warum glauben Lehrer immer noch, Schüler würde nur lernen, wenn a) ein Lehrer anwesend ist und b) der Lehrer sagt, wo es langgeht?
Es ist vor allen Dingen eine Frage der Schulkultur. Und hier können auch Unternehmen klar formulieren, was sie gerne als Abgänger von der Schule erhalten wollen. Bei aller Innovation glaube ich leider, dass es nicht die oben genannten Fähigkeiten sind, sondern vor allen Dingen die so genannten "Basics" von rechnen & schreiben. Und wenn das das Zentrale ist, haben die Schulen die Legitimation den Unterricht weiter so zu verstehen, wie viele es tun.
http://www.youtube.com/watch
(Quelle: www.literatenmelu.de)
am 16.11.2009 von Felix Schaumburg bearbeitet.
Hi Felix,
ich muss Dir allgemein zustimmen - leider sehen ja allzu viele Lehrer, wo es im System hakt, werden aber durch dasselbe System an der Besserung gehindert.
Da bin ich anderer Meinung - was gestern noch funktioniert hat, muss heute nicht mehr wirklich Sinn ergeben. Rechnen lässt sich sicher (auch) mit Frontalunterricht vermitteln, aber gerade das Schreiben erfordert doch die individuelle Aufmerksamkeit des Pädagogen.
Aber vielleicht bin ich auch zu radikal, wenn ich behaupte, dass sich auch Rechnen, Lesen und Schreiben viel eher durch Methoden zum selbst-lernen oder erlebnispädagogische Ansätze vermitteln lassen als mit althergebrachten Methoden.
Am Projekt "Schule im Wald(heim) 2009" durfte ich selbst mal ein wenig pädagogisch arbeiten. Die Dritt- und Viertklässler, mit denen ich Papier geschöpft habe, konnten sich alles selbst erarbeiten und ihren Mitschülern vermitteln.
a) Schüler sind in Abwesenheit von Lehrern undiszipliniert und denken an alles andere, nur nicht ans freiwillige Arbeiten - abgesehen von Strebern. Dies liegt daran, dass Inhalte oft emotionslos, langweilig und ohne jede Begeisterung vorgetragen werden - wie will ein Lehrer so seine Schüler bewegen, auch noch freiwillig etwas beizutragen? Ich möchte die Lehrerschaft an sich nicht schlechtreden, aber ich wurde in meiner Schulzeit mit vielen Lehrern konfrontiert, die ihren Job schlicht verfehlt haben. Also: Mehr Qualität! Bessere Lehrer! Auch Lehrer müssen Methoden (was häufig schon durch die Befugnis zur freieren Gestaltung des Unterrichts zu erreichen wäre) an die Hand bekommen, müssen in ihren pädagogischen Fähigkeiten weiter gefördert und geschult werden. Schulinterne Hierarchien, in denen vergreiste Leerkörper den ewigen status quo sichern möchten, sind da fehl am Platze.
b) Wir würden offenere Lehrpläne benötigen, wenn auch die Klasse als Kollektiv mitentscheiden könnte, was gelernt wird. Diese Möglichkeiten verbauen wir uns, wenn wir eine noch stärkere Vereinheitlichung des Bildungssystems (Gleichschaltung) fordern!
ich muss Dir allgemein zustimmen - leider sehen ja allzu viele Lehrer, wo es im System hakt, werden aber durch dasselbe System an der Besserung gehindert.
Felix Schaumburg:
Bei aller Innovation glaube ich leider, dass es nicht die oben genannten Fähigkeiten sind, sondern vor allen Dingen die so genannten "Basics" von rechnen & schreiben. Und wenn das das Zentrale ist, haben die Schulen die Legitimation den Unterricht weiter so zu verstehen, wie viele es tun.
Bei aller Innovation glaube ich leider, dass es nicht die oben genannten Fähigkeiten sind, sondern vor allen Dingen die so genannten "Basics" von rechnen & schreiben. Und wenn das das Zentrale ist, haben die Schulen die Legitimation den Unterricht weiter so zu verstehen, wie viele es tun.
Da bin ich anderer Meinung - was gestern noch funktioniert hat, muss heute nicht mehr wirklich Sinn ergeben. Rechnen lässt sich sicher (auch) mit Frontalunterricht vermitteln, aber gerade das Schreiben erfordert doch die individuelle Aufmerksamkeit des Pädagogen.
Aber vielleicht bin ich auch zu radikal, wenn ich behaupte, dass sich auch Rechnen, Lesen und Schreiben viel eher durch Methoden zum selbst-lernen oder erlebnispädagogische Ansätze vermitteln lassen als mit althergebrachten Methoden.
Am Projekt "Schule im Wald(heim) 2009" durfte ich selbst mal ein wenig pädagogisch arbeiten. Die Dritt- und Viertklässler, mit denen ich Papier geschöpft habe, konnten sich alles selbst erarbeiten und ihren Mitschülern vermitteln.
Felix Schaumburg:
Warum glauben Lehrer immer noch, Schüler würde nur lernen, wenn a) ein Lehrer anwesend ist und b) der Lehrer sagt, wo es langgeht?
Warum glauben Lehrer immer noch, Schüler würde nur lernen, wenn a) ein Lehrer anwesend ist und b) der Lehrer sagt, wo es langgeht?
a) Schüler sind in Abwesenheit von Lehrern undiszipliniert und denken an alles andere, nur nicht ans freiwillige Arbeiten - abgesehen von Strebern. Dies liegt daran, dass Inhalte oft emotionslos, langweilig und ohne jede Begeisterung vorgetragen werden - wie will ein Lehrer so seine Schüler bewegen, auch noch freiwillig etwas beizutragen? Ich möchte die Lehrerschaft an sich nicht schlechtreden, aber ich wurde in meiner Schulzeit mit vielen Lehrern konfrontiert, die ihren Job schlicht verfehlt haben. Also: Mehr Qualität! Bessere Lehrer! Auch Lehrer müssen Methoden (was häufig schon durch die Befugnis zur freieren Gestaltung des Unterrichts zu erreichen wäre) an die Hand bekommen, müssen in ihren pädagogischen Fähigkeiten weiter gefördert und geschult werden. Schulinterne Hierarchien, in denen vergreiste Leerkörper den ewigen status quo sichern möchten, sind da fehl am Platze.
b) Wir würden offenere Lehrpläne benötigen, wenn auch die Klasse als Kollektiv mitentscheiden könnte, was gelernt wird. Diese Möglichkeiten verbauen wir uns, wenn wir eine noch stärkere Vereinheitlichung des Bildungssystems (Gleichschaltung) fordern!
am 16.11.2009 von Leonhardt Wille bearbeitet.
Leonhardt Wille:
Da bin ich anderer Meinung - was gestern noch funktioniert hat, muss heute nicht mehr wirklich Sinn ergeben. Rechnen lässt sich sicher (auch) mit Frontalunterricht vermitteln, aber gerade das Schreiben erfordert doch die individuelle Aufmerksamkeit des Pädagogen.
Da bin ich anderer Meinung - was gestern noch funktioniert hat, muss heute nicht mehr wirklich Sinn ergeben. Rechnen lässt sich sicher (auch) mit Frontalunterricht vermitteln, aber gerade das Schreiben erfordert doch die individuelle Aufmerksamkeit des Pädagogen.
Absolut! Ich glaube auch, dass die anderen Fähigkeiten in individuellen Settings weitaus besser angeeignet werden können.
Was ist versuchte deutlich zu machen ist, dass man die Forderungen an "neue Schulen" so formulieren sollte, dass sie zu einer neuen Ausrichtung von Schule führen und somit die wissenschaftlichen Lehr-Lern-Modelle auch in der Schule stärker Berücksichtigung finden.
Wahrscheinlich hat kaum eine Generation von Schüler in der Breite so viel gelesen wir die heutige. Dem Textmedium Internet sei dank...
Leonhardt Wille:
a) Schüler sind in Abwesenheit von Lehrern undiszipliniert und denken an alles andere, nur nicht ans freiwillige Arbeiten - abgesehen von Strebern. Dies liegt daran, dass Inhalte oft emotionslos, langweilig und ohne jede Begeisterung vorgetragen werden - wie will ein Lehrer so seine Schüler bewegen, auch noch freiwillig etwas beizutragen? Ich möchte die Lehrerschaft an sich nicht schlechtreden, aber ich wurde in meiner Schulzeit mit vielen Lehrern konfrontiert, die ihren Job schlicht verfehlt haben. Also: Mehr Qualität! Bessere Lehrer!
a) Schüler sind in Abwesenheit von Lehrern undiszipliniert und denken an alles andere, nur nicht ans freiwillige Arbeiten - abgesehen von Strebern. Dies liegt daran, dass Inhalte oft emotionslos, langweilig und ohne jede Begeisterung vorgetragen werden - wie will ein Lehrer so seine Schüler bewegen, auch noch freiwillig etwas beizutragen? Ich möchte die Lehrerschaft an sich nicht schlechtreden, aber ich wurde in meiner Schulzeit mit vielen Lehrern konfrontiert, die ihren Job schlicht verfehlt haben. Also: Mehr Qualität! Bessere Lehrer!
Genau. Thematisch muss man also mit Gegenständen arbeiten, die für die Schüler relevant sind und die auch für den Lehrer noch einen Aha!-Effekt bieten. Darüber kommen wir aber nicht über Lehrpläne, sondern über engagierte und mutige Lehrenden.... stimmt.
Leonhardt Wille:
b) Wir würden offenere Lehrpläne benötigen, wenn auch die Klasse als Kollektiv mitentscheiden könnte, was gelernt wird. Diese Möglichkeiten verbauen wir uns, wenn wir eine noch stärkere Vereinheitlichung des Bildungssystems (Gleichschaltung) fordern!
b) Wir würden offenere Lehrpläne benötigen, wenn auch die Klasse als Kollektiv mitentscheiden könnte, was gelernt wird. Diese Möglichkeiten verbauen wir uns, wenn wir eine noch stärkere Vereinheitlichung des Bildungssystems (Gleichschaltung) fordern!
Offenere Lehrpläne einerseits bedingen nicht unbedingt weniger Zentralisierung. Vielleicht steckt ja gerade in der Zentralisierung die Chance, Offenheit einzufordern, da man eh weiss, nicht alle Möglichkeiten berücksichtigen zu können. Bildung als Ländersache ist keine Lösung des derzeitigen Problems - ist meine bisherige Überzeugung.
Dieses Forum taugt leider nicht wirklich zur Realtime-Collaboration - habe noch einiges nachgeändert 
Wir brauchen also eine Art Change Management im Bildungswesen, um das Bewusstsein für die Notwendigkeit solcher Änderungen fördern zu können. Leider treten "wir" (synonym benutzt vor allem für Unternehmer, die auch morgen gut ausgebildetes Personal benötigen) da nach meiner Erfahrung gegen eine ziemlich dicke und moderige Staubschicht an, die es sich mit schicken Besoldungsstufen und alten Lehrmethoden ziemlich bequem in unseren Schulen und Ministerien eingerichtet hat...
Wir brauchen also eine Art Change Management im Bildungswesen, um das Bewusstsein für die Notwendigkeit solcher Änderungen fördern zu können. Leider treten "wir" (synonym benutzt vor allem für Unternehmer, die auch morgen gut ausgebildetes Personal benötigen) da nach meiner Erfahrung gegen eine ziemlich dicke und moderige Staubschicht an, die es sich mit schicken Besoldungsstufen und alten Lehrmethoden ziemlich bequem in unseren Schulen und Ministerien eingerichtet hat...
Ich bin selber Lehrender... Vielleicht kann man so aus beiden Welten mal zusammen überlegen, was man machen möchte. Bin sofort dabei.
Das klingt nach Aufbruchstimmung - sehr gut 
Ich habe auch meinen ehemaligen Englischlehrer und Tutor eingeladen, sich hier zu beteiligen.
Am Ende dieser Diskussion würde ich gern eine Agenda sehen - im wesentlichen eine Kurzanleitung, wie wir aus der aktuellen Bildungsmisere (wenn ich es so nennen darf?!) ein System schaffen können, das lernende und selbstbewusste Menschen fördert und hervorbringt. Denn - wie schon im Video gesagt - lernen kann jeder alles, es ist nur eine Frage der Motivation und der Methoden.
Ist das eine gute Zielsetzung für den IT-Gipfel? Oder zuviel, um es in so kleiner Runde zu entwerfen?
Ich habe auch meinen ehemaligen Englischlehrer und Tutor eingeladen, sich hier zu beteiligen.
Am Ende dieser Diskussion würde ich gern eine Agenda sehen - im wesentlichen eine Kurzanleitung, wie wir aus der aktuellen Bildungsmisere (wenn ich es so nennen darf?!) ein System schaffen können, das lernende und selbstbewusste Menschen fördert und hervorbringt. Denn - wie schon im Video gesagt - lernen kann jeder alles, es ist nur eine Frage der Motivation und der Methoden.
Ist das eine gute Zielsetzung für den IT-Gipfel? Oder zuviel, um es in so kleiner Runde zu entwerfen?
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