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AutorBeitrag

am 28.04.2009 geschrieben am 28.04.2009 geschrieben

Hallo Herr Mühlner,

Thema 1:
Unternehmenskultur – Was verändert sich durch „Die Neue Telekom“ und die Erwartungen der Digital Natives?

Dazu möchte ich folgende Schlagworte anregen: Demografische Entwicklung, die Belegschaft wird immer älter, kennt web 2.0 nicht, digital natives kommen ins Unternehmen, der Generationenkonflikt ist vorprogrammiert.

Die Old School der Führungskräfte und Manager versteht die Natives nicht. Führung muss vollkommen neue Mentalitäten denken, um die Natives nicht zu vergraulen. In Unternehmen herrscht mir noch zuviel Angst vor Statusverlust. "Da kommt so ein Jungspunt, der mich mit Ideen und Verbesserungswünschen bombadiert, ich will ihn aber nicht hochkommen lassen." Peinlich, aber wahr.

Nutzung von Web 2.0-Apps für Kulturanalysen, Mitarbeiterumfragen, "hot chair" für den CEO, etc. Tools, die wunderbar ein Business prägen könnten, wenn das Management offen wäre. Wenn Führungskräfte schon Angst vor herkömmlichem 360°-Feedback haben, und das Management es auch noch blockt, wie soll da jemals Enterprise 2.0 und eine digitale Boheme und die Natives Fuss fassen? Meine Antwort: Die gehen einfach und lassen die Unternehmen aussterben. Auch peinlich, oder?

Es gäbe dazu noch mehr zu sagen: http://www.youtube.com/watch?v=E5opUNn6tno. Mehr Infos zu mir auf www.netvibes.com/tobiasillig.

Viel Erfolg und Grüße,
Tobias Illig

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am 28.04.2009 geschrieben am 28.04.2009 geschrieben

"Tobias Illig":


Dazu möchte ich folgende Schlagworte anregen: Demografische Entwicklung, die Belegschaft wird immer älter, kennt web 2.0 nicht, digital natives kommen ins Unternehmen, der Generationenkonflikt ist vorprogrammiert.

Die Old School der Führungskräfte und Manager versteht die Natives nicht. Führung muss vollkommen neue Mentalitäten denken, um die Natives nicht zu vergraulen. In Unternehmen herrscht mir noch zuviel Angst vor Statusverlust. "Da kommt so ein Jungspunt, der mich mit Ideen und Verbesserungswünschen bombadiert, ich will ihn aber nicht hochkommen lassen." Peinlich, aber wahr.



In Diskussionen mit einigen Mentees in unserem Web2.0 Reverse Mentoring bin ich auf dieselbe Aussage gestoßen, dass die "Alten" bzw. diejenigen, die quasi das Enterprise2.0 blockieren schlicht und ergreifend aussterben müssen, denn der Gedanke "Wissen ist Macht" ist in manchen Köpfen derart tief verankert, dass man keine Chance mehr hat, diese Menschen zu integrieren, obwohl genau diese Personen z.T. einen enormen Erfahrungsschatz haben, von den mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jeder Mitarbeiter profitieren könnte...

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am 28.04.2009 geschrieben am 28.04.2009 geschrieben

In Diskussionen mit einigen Mentees [...] jeder Mitarbeiter profitieren könnte...

Früher galt das auch "Wissen ist Macht", im Open-Source-Zeitalter gilt aber "Wissen teilen ist Macht". Das heißt Wissen loslassen. Wenn Wissen das einzige Kapital ist, was ich habe, werde ich mich daran klammern. Wenn Kollaboration in Netzwerken mein Kapital ist, generieren wir etwas gemeinsam. Das IST der Generationenkonflikt. Theoretisch findet er sich im Sozialkapital-Ansatz von Bordieu. Jetzt können wir Soziales Kapital nutzen!!

Aber mal anders herum: Ich wette, dass die Old School ihrerseits genau so gedacht haben ("wenn doch bloß die Alten nicht wären"), als sie in den Arbeitsmarkt strömten, vielleicht nicht so massiv wie Natives heute, weil die Technik extrem dominant im Vordergrund steht. Das ist für Generationen doch normal...

Fragen wir doch mal die Old School: Welche Erfahrungen gibt es dazu?
An die Natives: Was habt Ihr erlebt?

Ich will keine Provokation hiermit auslösen, sondern gegenseitiges Verständnis. Wir müssen die Köpfe gegenseitig übersetzen, beide Gruppen sprechen anderen Sprachen.

Gruß,
Tobias Illig

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am 29.04.2009 geschrieben am 29.04.2009 geschrieben

Hallo,

gleich zum Einstieg etwas Provokatives zum Dialog

Wo steht, dass Digital Natives ein bestimmtes Alter haben müssen?

"Wikipedia":

A digital native is a person who has grown up with digital technology such as computers, the Internet, mobile phones and MP3.


http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Digital_native&oldid=284211085

Ich habe in den Siebzigern in der Schule mit Lochkarten programmiert, als manche der sogenannten heutigen Digital Natives noch über zehn Jahre darauf warten mussten geboren zu werden. Ich habe mich im FidoNet und später in CompuServe (beispielsweise 94 mit Mexikanern während des Chiapas-Aufstands) schon über Kontinente hinweg ausgetauscht, als die Digital Natives von der Existenz des Internets gar nichts ahnten. Immer wieder lese ich sinngemäß, dass die Digital Natives ihre "Funktion" aufgrund ihrer Gabe der späten Geburt hätten - um dann festzustellen, dass viele davon haufenweise SMs verschicken, einen Account bei GMX haben und es ansonsten gerade einmal nach StudiVZ geschafft haben.

Wann muss man aufhören aufzuwachsen? Wann muss man aufhören zu lernen?

@Tobial Illig: Kennzeichnend für die Veränderungen im Berufsleben für mich ist, dass sich insgesamt mit vielen hereindrängenden Jungen das Verhalten, die Kultur und die Ansprüche der Menschen **sprunghaft** ändern. Die Möglichkeiten der digitalen Medien und Werkzeuge forcieren dies. Aber auch Ältere wie ich (nehme mal an, dass ich mich mit 48 so langsam zu den Älteren zählen darf) haben Ansprüche, die sie nur in der Vergangenheit oft nicht durchsetzen konnten, da die **Macht der Vielen** nicht vorhanden war. Viele Ältere haben irgendwann nicht nur sich integriert sondern sogar resigniert. Das sehe ich auch in meiner Umgebung, und hätten ich und das "2.0" uns vor vier Jahren nicht gefunden...

Die Jungen von heute haben mehr die Wahl als je zuvor eine Generation - wenn sie sie aktiv nutzen. Dabei bin ich gar nicht mal neidisch. Im Gegenteil: Das verschafft mir in so mancher Beziehung mehr Chancen, weil ich dann nicht mehr der alleinige Exot bin

Die Mitglieder der "Old School" setzen oft ihre alten, in der 1.0 Welt erfolgreichen Verhaltensmuster ein, um den neuen Herausforderungen zu begegnen. Was oft in Broschürenkultur endet und darin, dass sie verstört sind, wenn sie und die Inhalte nicht richtig verstanden werden (obwohl doch der Empfänger über den Inhalt einer Botschaft entscheidet...). Oft treffe ich auf Unverständnis und Erstaunen über den (für sie) ungehemmten Dialog in der Welt 2.0 und was dort so alles von sich gegeben wird. Denn Wissen ist Macht, und die Hierachie definiert sich über Wissen. Die ständige Kommunikation bedroht das gehortete Wissen und die eigene Macht.

Doch wenn ich mir betrachte, wie "erfolgreiche" Manager 1.0 arbeiten, dann treffen sie sich bilateral beim Mittagessen mit anderen Managern, telefonieren, meeten, schicken sich E-Mails (bzw. lassen das die Sekretärin machen), kommunizieren ständig auch mit Managern aus anderen Unternehmen, gehen zu Konferenzen, sind auf Social Events, erzählen sich den neuesten Klatsch oder wie begeistert sie über ihren neuen Wagen sind etc. Sie machen das für ihren beruflichen Erfolg und / oder weil ihnen ein Thema wichtig ist und haben oft auch Spaß dabei.

In zwei Wörtern zusammengefasst: Sie netzwerken.

"Wir Zweinuller" machen doch eigentlich nichts anderes. Na ja, auf Anhieb fallen mir zumindest nur diese Unterschiede ein:
- Hierarchie und Position treten hinter Person und Thema zurück
- Wir benutzen andere und mehr Werkzeuge wie Instant Messaging, Social Software und schnappen uns, was gerade da ist und passt.
- Wir haben noch mehr Spaß dabei

Meine Ansprüche zur Unternehmenskultur:

Ich will im Unternehmen zusammen mit anderen Menschen, die mir wichtig sind, an Themen arbeiten, die mir wichtig sind. Ich will selbst Verantwortung übernehmen und es nicht nur deswegen tun, weil ich muss. Dass Verantwortung und Kompetenz zählt. Das bedeutet auch ständige Veränderung und paralleles Arbeiten an unterschiedlichen Themen. Arbeiten in einem großen Projektpool und nicht nur an Projekten, die aufgrund der Arbeitsteilung oder irgendwelcher Machtspielchen der eigenen Abteilung zugeordnet werden.

Ich erwarte keine Hochglanzflyer und -broschüren über "Unternehmer im Unternehmen", die dann doch die Karriereleiter klettern müssen, um etwas zu unternehmen. Was sie aber dann nicht mehr können, weil sie zu viel zu verlieren haben.

Meine Prosumeransprüche:

Nur ein personifiziertes Unternehmen ist für mich ein Unternehmen mit Profil. Produkte und Dienstleistungen sind bei gleichem oder ähnlichem Preis bei verschiedenen Unternehmen austauschbar. Ich will einen Namen und ein Gesicht; das kann aber kein Unternehmen sein, das können nur Menschen sein.

Vor etwa 14 Jahren bereits war ich bei einem Ausschreibungsprojekt bei der Telekom in Münster erstaunt, wie unterschiedlich die Telekom ist und die Menschen in der Telekom sind. Doch die Persönlichkeiten kommen fast nie zur Geltung. Seit Jahren arbeitet die Telekom daran, sich über Taylorismus zu optimieren. Abläufe wurden zerteilt und zerkleinert auf möglichst kleine Häppchen, die dann jeder X-beliebige ausführen können sollte. Was dazu führte, dass Kundenkontakt x-beliebig wurde.

Wann immer aber ich zwei oder drei Kontakte hintereinander mit demselben Menschen hatte, dann hat die Telekom funktioniert.

Vor Jahren gab es bereits das Motto "One face to the customer". Das wünsche ich mir jeweils für überschaubare Bereiche (i.e. Shop, Support) von Unternehmen wie der Telekom.

Zur "Neuen Telekom"-Website:

Die muss das abbilden, was ich als "Prosumer" erwarte. Ich möchte Voschläge machen können und mich mit den Menschen der Telekom zu Produkten, Leistungen und zum Unternehmen austauschen können. Wie wäre es mit einem "Telekom Ideastorm" http://www.ideastorm.com/ ?

Und bitte, liebe Telekom, nehmt das "goldene Magenta-Kalb" vom Sockel. Ihr müsst es ja nicht gleich zerreißen, aber das omnipräsente und erdrückende Magenta auf den Websites der Telekom macht jede Seite und letztendlich auch jedes Produkt x-beliebig. Bringt einfach mehr Farbe ins Spiel.

Zur Auswahl:

Ich finde einen für alle Interessierten offenen Vorbereitungsworkshop gut, in dem die Auswahl gemeinsam stattfindet. Hat schließlich etwas von Basisdemokratie Ich glaube auch, dass es in dem Vorbereitungsworkshop um die Themen gehen wird und Funktion, Alter etc. hinter die Frage zurücktreten werden: Wer vertritt das Thema gut.

Schön wäre es, wenn der Vorbereitungsworkshop und der anschließende Workshop mit RO nicht als "Closed Shops" mit anschließender Berichterstattung stattfinden würde, sondern auch interaktiv für abwesend Teilnehmende wäre (danke Jana!).

Ich wollte eigentlich nur zwei, drei Sätze schreiben, aber es hat mich zu sehr in den Fingern gejuckt

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am 29.04.2009 geschrieben am 29.04.2009 geschrieben

@Frank Brilliant (wie so oft)!

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am 29.04.2009 geschrieben am 29.04.2009 geschrieben

Chapeau, Frank!

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am 29.04.2009 geschrieben am 29.04.2009 geschrieben

"Frank Hamm":

Hallo,

gleich zum Einstieg etwas Provokatives zum Dialog

Wo steht, dass Digital Natives ein bestimmtes Alter haben müssen?



Das kommt darauf an, ob man das Dasein als Digital Native auf die fähigkeiten oder auf die Zugehörigkeit einer bestimmten Generation sieht...

http://de.wikipedia.org/wiki/Millennials

Der Begriff Millenial oder eben Digital Native wird nicht nur für technologieaffine Menschen, sondern auch für unsere Generation benutzt.


Liebe Grüße,

Bernd Bürkle

am 29.04.2009 von Bernd Bürkle bearbeitet.

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am 29.04.2009 geschrieben am 29.04.2009 geschrieben

Hallo Bernd ,

"Bernd Bürkle":

Der Begriff Millenial oder eben Digital Native wird nicht nur für technologieaffine Menschen, sondern auch für unsere Generation benutzt.


Ich glaube, damit sind wir auf einer Linie, denn ich freue mich über das Wörtchen *auch*

Bei der "jungen Generation" (egal ob Millenials, Gen Y, ...) ist ganz sicher die Wahrscheinlichkeit wesentlich größer, beim Einzelnen auf eine hohe Technik- oder Digitalaffinität zu treffen, als das bei jemandem aus meiner Generation oder sogar der Generation davor der Fall ist.

Liebe Grüße
Frank

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am 29.04.2009 geschrieben am 29.04.2009 geschrieben

"Frank Hamm":

Hallo Bernd ,
...
Bei der "jungen Generation" (egal ob Millenials, Gen Y, ...) ist ganz sicher die Wahrscheinlichkeit wesentlich größer, beim Einzelnen auf eine hohe Technik- oder Digitalaffinität zu treffen, als das bei jemandem aus meiner Generation oder sogar der Generation davor der Fall ist.

Liebe Grüße
Frank



Ich denke, das kann man so sagen, wobei der größte Teil meiner Freunde und Bekannten eigentlich deutlich weniger technikaffin ist, als unserer Generation zugestanden wird, aber das kann ja auch an meiner doch eher ländlichen Herkunft liegen.

Aber wirklich sinnvoll nutzen die meisten Jugendlichen, die ich kenne das Internet nicht. Stehe ich mit dieser Beobachtung alleine oder kann mich hier noch jemand bestätigen?

Liebe Grüße,

Bernd

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am 29.04.2009 geschrieben am 29.04.2009 geschrieben

Ich freue mich über die Diskussion und empfinde sie als sehr interessant und konstruktiv. Leider bin ich heute zeitlich nicht in der Lage intensiver daran teilzunehmen.

Mit dem Vorbereitungsworkshop sieht es gut aus. Gerade zur Offenheit (in Teilnehmeranzahl und Alter) erhalte ich viel positive Resonanz. Melde mich morgen dazu wieder...

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