Hallo DNAdigital
am 7. Dezember geht es endlich los: Der IT-Gipfel Open Space 2009 findet in Stuttgart statt. Wir freuen uns auf Euer Kommen und sind gespannt auf Eure Beiträge! Am Folgetag werdet wir die Gelegenheit haben, am IT-Gipfel teilzunehmen, mit dabei sein werden u.a. Bundeskanzlerin Merkel, Wirtschaftsminister Brüderle, Innenminister de Maizière, BITKOM-Präsident Scheer, Telekom-Chef Obermann oder der SAP-Vorsitzende Apothèker.
Auf dem Open Space am Vortag wollen wir konkrete Impulse für den Gipfel-Tag und darüber hinaus geben. Daher ist es wichtig, dass wir gut vorbereitet sind!
Bildet Euch eine Meinung,
. was Eure Erwartungen an ein Bildungssystem von Schule bis Unternehmen sind
. welche Herausforderungen Ihr seht
. was Ihr gerne ändern würdet
. welche Ideen Ihr einbringen könnten
. welche Forderungen Ihr an Wirtschaft und Politik habt
Schreibt einen Blog mit Euren Meinungen oder diskutiert in unserem Forum.
Lasst uns gemeinsam die Zukunft gestalten!
Lieben Gruß,
Willms Buhse, doubleYUU
Ansgar Baums und Stephan Pfisterer vom BITKOM
Felix Schaumburg 02.12.2009 07:10
Marodes deutsches Bildungssystem erzeugt 2,8 Billionen Euro Folgekosten
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31634/1.html
Gründe für mangelnde Chancengleichheit sind bekannt. Wir gehen sie nur nicht mutig an.
- Klassenfrequenz runter
- Stundenraster auflösen
- Fächer über Projekte verknüpfen
- Kommunikationstechnologien nutzen und Arbeitsumfeld neu strukturieren
- Vertrauen in Schülerinnen und Schüler (und von den Ämtern in die Lehrerinnen und Lehrer)
- ...
Wie viele Unternehmen machen Enterprise 2.0? Auch erst wenige. Wahrscheinlich liegen die Gründe bei Schule und Unternehmen gar nicht so weit auseinander. Man traut sich noch nicht so recht.
Gruß,
Felix
Jörg Stark 02.12.2009 10:07
Weniger isolierte Wissensverwerter!
Bildung wird heute häufig als die individuelle und punktuelle Vermehrung von Inselwissen verstanden. Eine ganzheitliche Perspektive fehlt immer mehr und findet sich nur in schulischen und universitären Einzelprojekten wieder. Auch die Vergötzung der PISA-Kriterien führt zu einer einseitigen Fixierung von Bildungskonzepten ("teaching for testing"). Wenn Bildung die Erlangung von "Lebenskompetenz" ist, dann müssen fakultäres Silodenken und Wissensansammlungen in den Hintergrund rücken (hier einige Gedanken dazu: http://peek.snurl.com/tipm2). Bildung in Deutschland muss den Unterschied ausmachen. Den Unterschied zu anderen Bildungssystemen, die Wissensvermittlung und die PISAIsierung der Bildungspolitik proklamieren.
Es wird notwendig sein, mehr Freiräume für Querschnittslernen über die Fächergrenzen hinweg zu ermöglichen. Diesen Raum muss die Schule in eine Bildungspolitischen Masterplan zur Verfügung stellen - die Universitäten und beruflichen Ausbildungslehrgänge fokussieren sich dann mehr (nicht ausschließlich) auf Wissensspezialisierung.
Für die Rolle der Schule bedeutet dies:
* mehr Zeit für fächerübergreifende Lernformen, wie z.B. Projektarbeiten und Themenspezifische Lernphasen --> Verlängerung des Abiturs z.B. wieder auf 13 Jahre
* Vernetzung: Schaffung von mehr temporären Lernverbünden ab Klasse 7 (statt Klassenverbände)
* Gemeinsamer Fachlehrerunterricht zu umfassenden Themenstellungen
* Nutzung von neuen Medien im Unterricht (Collaboration-Networking) in den Schulen ab Klasse 5
* Freiräume für "Lernen lernen"
* Schaffung von Diskurs und persönlichem Austausch
* Selbstverantwortung der Schüler einfordern
* Qualität der Lehrerausbildung steigern und Ausrichtung verändern --> neue Lernformen, neue Medien....
* Feedbackkulturen an den Schulen schaffen, die alle am Schulbetrieb beteiligten umfassen
* Temporäre Ganztagsschule, die mehr ist als Hausaufgaben-Anstalt
Das bedeutet vor allem mehr Geld und mehr Anstregung für Biildung. Sie hat noch immer nicht den Stellenwert in der Politik, den sie für eine Weiterentwicklung benötigt. Bei den Anstregungen müssen natürlich auch die anderen Stakeholder des Bildungssystem berüksichtigt werden (nur das sprengt dern Rahmen hier).
Wenn Lernen mehr im Diskurs stattfindet, dann werden keine Bildungsidioten unsere Schulen verlassen, die zwar bei Günther Jauch reüssieren, aber sich in einer (neuen) komplexen Welt nicht zu Recht finden. Die Entwicklung eigener Standpunkte und die Fähigkeit das eigene Wissen weiter zu entwickeln werden in einer schnelleren und vernetzteren Welt m.E. Erfolgsfaktoren werden. So werden auch Enterprise 2.0-Unternehmen mit den Menschen zusammen arbeiten, die sich einbringen, Meinungen vertreten und sich beteiligen.
Gudrun Porath 02.12.2009 10:15
Erwartungen an ein Bildungssystem/Schule:
- Schülern die Neugier erhalten, wissen wollen und Erfahrungen machen wollen nicht unterdrücken, sondern fördern
- das Selbstbewusstsein fördern im Sinne von: ich kann meinen Weg gehen
- alle mitnehmen auf dem Weg, auch Kinder aus "bildungsfernen" Elternhäusern.
- Maßnahmen: kleinere Klassen, mehr Lehrer und Sozialpädagogen etc (siehe Felix Schaumburg)
Herausforderungen
- Angst und Misstrauen vieler Eltern, dass ihre Kinder überfordert werden einerseits, Überforderung der Kids andererseits
- allgemeine Zukunftsangst und Unsicherheit
Forderungen an Wirtschaft und Politik
- die Politik sollte endlich erkennen, dass Investitionen in Straßen weniger sinnvoll sind und auf Dauer weniger Arbeitsplätze und ROI bringen als Investitionen in Bildung und Breitband. Deshalb: Bildung an erster Stelle!
- keine Schnellschüsse mehr wie jetzt bei Bologna, die dann wieder zurückgenommen werden. Das ist nichts halbes und nichts ganzes.
- klassische Bildung (von Aristoteles bis Goethe) und Bildung im und für das Zeitalter des Internets schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich sinnvoll.
- Wirtschaft: Beteiligt Euch an Bildungsplänen, geht in den Dialog mit Schülern, Schulen und Studenten. Erkennt den Wert einer umfassenden Bildung anstelle einer einseitigen. Fördert die Kreativität von Mitarbeitern, indem ihr ihnen Freiräume für Bildung lasst. Erkennt den ROI von Weiterbildung für alle Mitarbeiter- jung und älter. Der demographische Wandel ist längst da und die Leute mit 50 noch lange nicht am Ende mit ihrer Bildungsfähigkeit.
Willms Buhse 02.12.2009 10:30
Wow - ihr rockt!
Ich gebe die Infos mal direkt an die verantwortlichen Stellen weiter - einiges kommt davon bestimmt schon in die Vorankündigungspressemeldung!
PS: die Stimmung ist so gut wie nie - der OpenSpace ist komplett ausgebucht. Und wir haben fast 1:1 Internetgeneration und Top-Entscheider!
Und am nächsten Tag können wir die besten Ergebnisse im Fachforum 1 (moderiert von Anja Kohl) vorstellen!
Jörg Stark 02.12.2009 11:44
Bildungssystem: Undenkbares denken! Bildungseinrichtungen müssen sich neu erfinden: http://wwweblernen.de/
Hier findet sich ein interessanter grundsätzlicher Gedanke zum Thema Web 2.0 und Bildungssystem. Die Konsequenz ist, dass sich das Bildungssystem neui erfinden muss.
Vielleicht wird sich Schule auf einen Kern zurückführen: Methoden lernen, Vernetzungen gestalten, Meinungen entwicklen, Lernen lernen und dafür das Rüstzeug erhalten. Universitäten sind vielleicht nur noch Orte des persönlichen Wissensaustausches (!), der Begenungstätten für Netz-Lernen schafft und allenfalls das gemeinschaftliche Gütesiegel vergibt? Ausbildungen sind nicht mehr zeitlich begrenzt sondern sind per Definition schon lebenslanges lernen, bei dem nur noch der aktuelle Wissenstand definiert wird und keine Abschlussprüfung mehr die Vollwertigkeit im Arbeitsleben suggeriert (die es nicht gibt).
Im Sinne des o.g. Grundsatztextes: Wir werden es ausprobieren müssen!
Willms Buhse 02.12.2009 12:19
Kennt Ihr eigentlich noch Webseiten/Initiativen, deren Ideen wir aufnehmen, bewerten und auf dem IT-Gipfel verstärken können?
Vivian 薇薇安 02.12.2009 12:28
Ich persönlich finde die Initiative educamp super , das nächste findet in Hamburg statt http://life.epb.uni-hamburg.de/node/5681 und zielt primär darauf ab Medienkompetenz bei jungen Lehrern zu fördern - eine Kernkompetenz für die Zukunft wie ich finde
Über das educamp Hamburg
"Das kommende Hamburger EduCamp wird am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg stattfinden. Damit soll neben dem Lehrbetrieb auch im Rahmen des EduCamps ein Raum entstehen, um aktuelle pädagogische Fragestellungen zu diskutieren und zu bearbeiten. Wir möchten explizit auch Interessierte zur Teilnahme einladen, die sich bisher vielleicht (noch) nicht so intensiv mit dem Thema Medien & Bildung bzw. mit Bildung und Lernen im Web 2.0 auseinander gesetzt haben. Wir freuen uns daher über Themenvorschläge und Sessions zu Fragen der Mediendidaktik, Web 2.0, Lernen – Bildung – Wissenschaft im Netz, Workshops zum Einsatz digitaler Werkzeuge in Lehr- und Lernprozessen etc. aber auch über Ideen, die sich mit eher klassischen Fragen des Lehrens und Lernens auseinandersetzen, auch jenseits von Wikis, Blogs, Twitter & Co."
Quelle: http://blogs.epb.uni-hamburg.de/educamp/2009/10/15/zur-idee-des-educamp-in-hamburg/
Jörn Hendrik Ast 02.12.2009 14:59
Siehe dazu auch den Blogpost von Robert: http://www.dnadigital.de/networks/blog/post.duerhager:4
Jörn Hendrik Ast 02.12.2009 14:59
Siehe dazu auch den Blogpost von Robert:
http://www.dnadigital.de/networks/blog/post.duerhager:4
Felix Schaumburg 02.12.2009 16:38
Weitere Projekte, aus denen ich jetzt nicht alles neu verschriftlichen möchte. Wir sind vernetzt und können das ja auch hier nutzen
http://www.bildunghacken.de
http://educamp.mixxt.de
Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Blogs und sehr aktive Twitterer, die sich intensiv über die neuen Strukturen austauschen. Wir brauchen aber keine Initiativen pushen, sondern Ideen immer und immer wieder vortragen - auch wenn sie nun wirklich nicht neu sind. Es tut sich aber leider zu wenig.
Felix Schaumburg 02.12.2009 16:48
Einen Gedanken möchte ich noch nachschieben. Bei allen Maßnahmen, die man vorschlagen kann: Es sind nur flankierende Maßnahmen.
Die zentrale Herausforderung ist der Paradigmenwechsel beim Verständnis von Schule selber. Wissen ist nicht mehr limitiert verfügbar, sondern steht den Schülerinnen und Schülern en masse zur Verfügung. Jeder trägt heute Google in seiner Hosentasche. Was sollen dann noch Arbeitsblätter mit Lückentexten und Aufgaben, bei denen etwas im Buch gesucht werden muss?
Die Schüler brauchen den Lehrer nicht mehr als Wissenslieferant. Das Web ist viel schneller. Daher wäre es auch eine gerechtfertigte Frage von SchülerInnen: "Wenn der Lehrer uns nur Wissen vermittelt, was wir eh viel schneller woanders finden können: Was wollen die denn dann da vorne von uns?"
Wir müssen Schule neu Denken und die Begriffe wie "Sinnhaftigkeit" und "Kooperation" viel stärker in den Mittelpunkt rücken. Das ist aber keine Aufgabe, die die Schulaufsichtsbehörden oder "die Politik" lösen kann. Das ist eine gesellschaftliche Herausforderung.
Wolfgang Helmeth 02.12.2009 20:07
Weg vom Bildungssystem von heute zur lernenden Organisation von morgen
Meine Lösung der Bildungsprobleme ist eine radikal neue Herangehensweise:
Lehrplan:
Der echte Lehrplan steckt im Kind.
Die individuellen Talente drängen von sich aus den Einzelnen dazu, sie zu entfalten.
Bildungssystem:
Das Kind bildet bereits synergetische Netzwerke um seine jeweiligen Interessen.
Erst ist die Mama dran, dann passende Freunde und Bekannte, dann die e-Networks rund um die Welt - Kompetenz- Kultur- und Generations-übergreifend. Dieses System kann ein ganzes Leben zur Selbstentfaltung genutzt werden.
Online-Begleitung:
Der www.EDEJU-Atlas.de (zur Zeit etwas defekt - und erst versuchsweise online) hilft, die eigene Persönlichkeit optimal zu entwickeln.
Der IT-Gipfel ist die Plattform, dieses Thema mit Interessenten zu besprechen.
Mich erreicht man vorher und nachher unter www.EDEJU.de
Beim Open Space bin ich dabei!
Jonas Liepmann 02.12.2009 22:14
bq. Kennt Ihr eigentlich noch Webseiten/Initiativen, deren Ideen wir aufnehmen, bewerten und auf dem IT-Gipfel verstärken können?
Wir sind grade sehr an aufnahme, bewertung und verstärkung interessiert :] www.iversity.de
Unsere Idee setzt im Grunde bei der Forderung von Jörg Stark an: "Weniger isolierte Wissensverwerter!" > Im Gegensatz zu allen mir bekannten Elearninglösungen an Hochschulen sind wir angetreten, eine hochschulübergreifende Plattform aufzubauen. Das hat nicht nur enorme Vorteile im Bereich Lehre - für Forschung ist institutionsübergreifende und internationale Vernetzung unabdingbar. Eine strukturell offenere Plattform bietet aber auch an den Übergängen zur Hochschule vielversprechende Anknüpfungspunkte:
- Übergänge zwischen Schule und Studium, mit dem sich Schüler und Hochschulen gleichermassen schwer tun;
- Übergänge zwischen Hochschule und Praxis (Studium/Forschung und Berufseinstieg/Forschungstransfer in die Wirtschaft).
Diese Übergänge nicht nur "effektiv" sondern auch kreativ und sinnstiftend zu gestalten gehört wohl zu den wichtigsten herausforderungen der immer wieder beschworenen "Ressource" Bildung&Forschung.
Das ist natürlich ein riesiges Feld und wir stehen mit unseren Gedanken und Entwicklungen hierzu erst am Anfang. Umso mehr freuen wir uns, über verstärkung & vernetzung - in diesem Sinne: sendet Merkel & Co., vorallem aber den DNAs in Stuttgart unsere iversierten Grüße :]
Anna von Bismarck 03.12.2009 09:16
Wieso denken wir immer, daß Bildung etwas ist, was man BEKOMMT? Bildung ist etwas das man TUT.
Kinder lernen von sich aus... gerne.... neugierig... auf ihre Weise.... mit der ihnen eigenen Geschwindigkeit. Kein Kind will nicht lernen. Nur eben jedes auf seine Weise.
In unserem Bildungssystem meint man dann Kinder gleichschalten zu müssen. Das Gleiche zur gleichen Zeit mit dem gleichen Ergebnis. Das nennt man heute Bildung.
Es gibt Grundsätzliches das man lernen und wissen sollte. Lesen, schreiben, radfahren,... - gewissen Grundfertigkeiten.
Gewisse Grundfakten. Orientierungswissen.
Dann geht es schon los mit der Persönlichkeitsbildung und Wertvermittlung. Kann man das in einem BILDUNGSSYSTEM lernen? Man kann es von MENSCHEN lernen, die als VORBILDER agieren und das leben was sie vermitteln wollen.
Und dann geht es nach der Schule auf die Uni...früher hieß das nicht ohne Hintergrund UNIVERSITÄT. Breites Wissen. Breite 'Bildung'. Diskurs und Dialog.
Aber wenig Frontalbeschallung und Bulimiepädagogik.
Wirkliche Bildung war schon immer etwas das sich im Miteinander und im wahren Leben beweisen mußte.
Was ist nach der Uni? Berufsleben. und für jede Weiterentwicklung steht mir ein Stück Weiterbildung (Frontalseminare) zu? zwei Tage, Wochen, Monate auf der Schulbank aufgereiht - sonst gilt es nicht als Weiterbildung.
Dabei wollen wir uns jeden Tag weiter'bilden'. Dazu lernen. Spannende Projekte machen. Interessante Leute kennen lernen. Etwas bewegen. Dann sind wir in einer lernenden Organisation angekommen. Wenn so etwas möglich ist.
Wenn Führung nicht mehr heißt: alles hört auf mein Kommando sondern: was kann ich für Dich tun, damit Du Dein Potential voll entfalten kannst? Dann sind wir in einer
'lernenden Organisation' angekommen.
das hat mit dem was man heute unter Bildungssystem und Führungskräfteentwicklung (wenn man denn mal im Berufsleben angekommen ist) nichts, aber auch gar nichts zu tun hat.
Bildung und Lernen ist auch eine große Frage von Eigenverantwortung. von Lernen wollen. Nicht von Lernen bekommen.
Und darin liegt ein großer Paradigmenwechsel, der in dem was man hier und heute 'Bildungssystem nennt' noch nicht einmal ansatzweise passiert ist.
Annemarie Meißner 05.12.2009 17:38
Erwartungen an ein Bildungssystem von Schule bis Unternehmen
Mehr Eigenverantwortung fördern ist auch meine Meinung!
Ich finde es sehr wichtig, dass Schüler mehr Eigenverantwortung übernehmen. Auch in Bezug auf Bildung ist dies anzustreben. Mehr kreative offene Projektthemen in den Schulen kann die Schüler auf die Zukunft vorbereiten, denn im Berufsleben oder auch im Alltag muss man sich selbst organisieren und motivieren sich Sachverhalte anzueignen und diese dann anwenden zu können. Da Ziel muss es sein, dass man den Stoff nicht immer nur vorgekaut bekommt, sonder eher lernt, wie man sich in ein Thema einarbeitet und das gelernte auch auf andere Sachverhalte übertragen und anwenden kann. Dazu gehört auch den Schülern den Umgang und die Nutzung der heutzutage verfügbaren modernen Wissensquellen, wie das Internet, aber auch traditionelle Wissensquellen wie Bibliotheken und Bücher näher zu bringen. Denn die größte Motivation weiter zu lernen bekommt man immer noch durch frühere Erfolgserlebnisse. Und wenn die Schüler merken, was in ihnen steckt, und was sie selbst in Eigenarbeit leisten können, so stärkt das das Selbstbewusstsein enorm und motiviert zu weiteren Leistungen.
Herausforderungen:
Die Herausforderung der Zukunft wird es sein, unser Bildungssystem an die Zukunft anzupassen. Mit dem Internet und den Zugangsmöglichkeiten die man heutzutage überall unterwegs hat, darf es nicht mehr das vorrangige Ziel sein, Informationen auswendig zu lernen und zu reproduzieren. Ich denke es wird immer wichtiger mit den gegebnen Informationen richtig umzugehen und zu nutzen. Dies sollte schon so früh wie möglich in den Schulen vermittelt werden, anstatt die stupide Reproduktion von Inhalten zu verlangen.
was Ihr gerne ändern würdet
Mehr interaktiver Unterricht am PC, so dass ein selbstbewusster Umgang mit dem Internet und dem gegebenen Medium alltäglich wird. In anderen Ländern ist dies schon längst der Fall. Auch unbenotete Projekte und Referate, mit freier Themenwahl der Schüler, sollten mehr Platz in unseren Lehrplänen finden, sodass der Spaß an der Wissensaneignung im Vordergrund steht und nicht die Note.
Forderungen an Wirtschaft und Politik
Auch die Politik und Wirtschaft müssen die Eigenverantwortung der Leute stärken und nicht jeden Lebensbereich durch Gesetze und Vorschriften zu regeln. Sie sollten mehr vertrauen in die Eigenverantwortung der Leute haben und dies auch zeigen.
Felix Schaumburg 06.12.2009 17:24
Mehr Eigenverantwortung fördern ist auch meine Meinung!
Kritisch hinterfragt müsste man glaube ich eher formulieren: Mehr Eigenverantwortung zulassen.
Die meisten Regelungen in der Schule sind lange tradiert, immer wieder gefestigt worden und werden kaum hinterfragt. In der Summe schränken sie nicht nur die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler ein. Also: Mut zur Lücke, Regelungen zurückfahren, Zentralisierung vermeiden, Verantwortung stärken... Am Besten: 'sudo reboot -h now'.
Stundentaktung, Notengebung, Fächerkanon, Selektion, Schulformen, altersbezogene Klassen, Lehrerzimmer, Fachräume... Lasst es uns mal überdenken und einer kritischen Analyse unterziehen. Geht es auch ohne? Wie sähen andere Strukturen aus?
Ich bin gespannt und freue mich auf den Gipfel und vor allem den OpenSpace!
Miriam Wiese 06.12.2009 21:41
wow


]

bin ein bisschen spät dran, schreib aber mal so ungefiltert (und verallgemeinernd, sorry) meine gedanken und ideale zum thema auf - is bestimmt einiges doppelt, aber was solls
* schulen
- sollten flexibel sein. die jeweiligen modelle hinken jahre wenn nicht gar jahrzehnte hinter den jeweils neuen generationen hinterher. die derzeitigen modelle sind nicht anpassungsfähig.
- die meisten bildungssysteme gehen davon aus, das es jmd gibt, der jmd. anderen etwas beibringen kann/muss -> das also der lernende dringend irgendwas für sein leben wissen muss. generationsübergreifend kann man sicher sagen, das dieses verhältnis nicht mehr stimmig ist. jeder (alters- und gesellschaftsunabhängig) weiss dinge, die jmd anderes nicht weiß und für ihn vielleicht wertvoll sind. mir gehts dabei um 2 wesentliche dinge:
augenhöhe: "lehrer" und "schüler" sind keine hierarchie für mich weil jeder lehrer und jeder schüler ist.
wertschätzung: mir scheint, das den kids überhaupt nicht vertraut wird. es geht nur darum, sie möglichst gut anzupassen an das bestehende system. wenn es darum gehen würde, den menschen vor mir "weiterzubilden", dann würde ich erwarten, das man sich diesen menschen anschaut und fördert und guckt, wo und wie man ihn befähigen kann. seine talente, sein wissen usw. Selbstverständlich transparent und in abstimmung mit diesem. ob der mensch 3 jahre oder 80 ist spielt m.e. überhaupt gar keine rolle.
- mir ist das schulsystem per se viel zu einengend, nicht nur gegenüber den kids. ich verstehe nicht (jetzt aus ernsthafter bildungs- und menschensicht / die macht- und zwangstrukturen sind mir natürlich klar) warum es keine flexiblen ferien gibt - keine flexiblen start und endzeiten - warum es nicht selbstverständlich ist für alle schulen, direkt auch auf englisch zu unterrichten usw.
* wirtschaft
die wirtschaft orientiert sich immer schön brav an strukturen, die bekanntermaßen gar nicht mehr funktionieren: ordentliche lebensläufe zum beispiel. es werden werte zu grunde gelegt, die zwar erwartet werden (disziplin, geradlinigkeit, ordentlichkeit und der ganze murks) aber viel zu oft überhaupt nicht umgesetzt von oben. altes langweiliges thema. am liebsten musterschüler haben wollen - aber selbst sich nicht an die eigenen aufgelegten regeln halten. menschen, die aus dem raster fallen, sind im prinzip raus.
ohne neue werte (nicht einfach blabla sondern weil verständnis der werte) wird sich nix ändern fürchte ich: weil alles nur aufgesetzt ist. wer auf der einen seite andere (selbst-)bildungswege klasse findet aber auf der anderen seite bloß keinen bewerber haben will, der diese nutzt und keinen klassischen bildungsweg gegangen ist, ist für mich nicht ernst zu nehmen.
* menschen statt strukturen und modelle
generell vermisse ich in bildung (und wirtschaft eh) das SEHEN des menschen vor einem. bildung ist für mich einerseits zutiefst individuell:
- einzigartige talente, mit unterschiedlichen zugängen (lerntechnisch) und hintergründen (kulturell, sozial) und mitteln, visionen. bildung ist für mich, jmd. zu ermöglichen:
~ in der lage zu sein, am leben teilzunehmen (körperlich, geistig, sozial)
~ in der lage zu sein, an relevanten fortschritten teilzunehmen (medizinisch, technisch etc)
~ in der lage zu sein, selbstständig und eigenverantwortlich zu leben/denken/sein (weil das für mich voraussetzung für meine vision einer vernünftigen "demokratie" ist)
~ sinn und zweck für seinen eigenen gesellschaftlichen/demokratischen/sozialen/wirschaftlichen beitrag zu finden
bildung heißt für mich auch, jmd. zu motivieren, sich weiterzuentwickeln. und zwar so, wie er es für richtig hält - nicht so, wie ich glaube das es in meine struktur und meine modelle passt.
was der "lernende" davon für sich nutzt, ein- und umsetzt, ist seine entscheidung.
* bildung allgemein
jetzt mal ganz ketzerisch: bildung wird völlig überbewertet
ich bin zwar nicht für anarchie - aber definitiv für verantwortung und freiheit. ich möchte gerne in einem system leben, in welchem ich lernen kann, wenn ich möchte, auf die art und weise, die ich für mich für richtig halte, und zwar kostenlos. ich möchte gerne in einem system leben, welches mir alle mittel dafür zur verfügung stellt: ob internetabdeckung und zugang oder bibliotheken. ich möchte in einem system leben, in dem ich für meine neugierde, meine vielen fragen, meine verantwortungsübernahme für mein leben und für meine selbstständigkeit anerkannt werde und dies alles nicht als lästig empfunden wird.
es gibt menschen, die lieben es, sich weiterzubilden (oder auch phasen, in denen man gerne weiterlernt). und es gibt menschen, die einfach keine lust haben (oder eben auch phasenweise), zu lernen. beides inkl der graustufen hat für mich seine berechtigung. wobei ich übrigens davon ausgehe, das jeder gerne dazu lernen möchte, wenn er motiviert wird (und motiviation wird von der lernenden person definiert).
[meine visionen von der welt von morgen lass ich mal weg, sonst schreib ich noch die ganze nacht weiter und hör den wecker um 5h nich
viele grüße,
miriam
Wolfgang Helmeth 10.12.2009 17:59
Hi Miriam und Annemarie,
kann man Bildung ohne Schule überhaupt denken? Ich habs versucht und praktiziert.
Selbst bin ich Autodidakt, und gehe davon aus, dass jeder ein geborener Autodidakt ist.
Bei entsprechendem Umfeld können sich vielfältigste individuelle Anlagen optimal entfalten.
Mehr dazu in dem vorhin ggf. falsch plazierten Beitrag.
Willms muss mir bitte helfen den richtigen Ort zu finden, wo wir Open Space-Teilnehmer vom Bildungsgipfel in Stuttgart, uns zusammen tun können um weiter an der Zukunft der lernenden Organisation (synergetisch vernetzte globale Gesellschaft) mitarbeiten zu können.
Hier mein ggf. falsch plazierter Beitrag:
http://www.dnadigital.de/networks/forum/thread.23028:1#posting_23028_120675