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Das Manifest - Eure Kritik?

Timo

Das Manifest - Eure Kritik?

Ich habe den ersten Entwurf des Manifests eben online gestellt. Leider ist Robert schon seit Tagen nicht erreichbar. Wir beide haben die Texte geschrieben (wobei ich "Wir leben" und "Wir arbeiten" gemacht habe).

 

  • Was sagt ihr?
  • Gibt es Unklarheiten?
  • Was fehlt?
  • Was ist zu viel oder fehl am Platze?

 

Hier noch der Link: http://www.dnadigital.de/networks/wiki/index.manifesto

KommentareKommentare

  • ehemaliges Mitglied
    ehemaliges Mitglied 27.12.2008 15:26

    Hi,

    zunächst möchte ich sagen, dass ich mich in viele Aussagen wiedergefunden habe. Es ist manche schöne Formulierung dabei.

    Jetzt zur Kritik (ohne, dass ich momentan die Zeit hätte, selbst zu verbessern):

    * Es wirkt noch sehr durcheinander. Vielleicht kann man "Unterüberschriften" erfinden und das Ganze inhaltlich strukturieren?
    * Waren da Philosophen am Werk? Manches klingt sehr kompliziert, und einige Begriffe werden in den Raum geworfen, von denen ich behaupten würde, dass viele (einschl. mir) sich nicht wirklich was darunter vorstellen können. Was ist gemeint mit "Als Digitale verstehen wir den technischen Determinismus der digitalen Kultur"? Was genau soll damit gesagt werden? Was sind "rekursive Ressourcen"? Vorschlag: Ein bisschen weniger "Begriffsästhetik" (die leicht in die Hose gehen kann) und klare, einfache Worte wählen. :-)

    Viele Grüße,

    Christian

     
  • Timo Heuer
    Timo Heuer 27.12.2008 15:29

    Hey Christian! Danke für dein Lob! Die Kritik mit den komplizierten Wörtern finde ich voll gerechtfertig. Wir müssen einige Stellen noch hart überarbeiten. Ich gebe zu, alle Dinge verstehe ich auch nicht (damit meine nicht die Stellen, die ich geschrieben habe, Selbstgeschriebenes sollte man verstehen. ;-)).

     
  • Alexander Rausch
    Alexander Rausch 27.12.2008 18:05

    Hi Timo, (Hi Robert)!
    Ich habe es soeben gelesen und fühlte mich ein wenig an die Bücher erinnert, die ich in letzter Zeit so interessant finde ;-))
    Grundsätzlich finde ich die philosophische und sozialgesellschaftliche Darstellung/ Betrachtungsweise sehr gut, sehe aber wie Christian die Problematik der Übersetzungsleistung. Was ich mich auch frage ist, wie die anderen DN´s dazu stehen bzw. ob sie sich wiederfinden können. Das sollte auf jeden Fall geklärt werden (ich als "Nicht-DN" fühle mich gut dabei).
    Einen Faden finden (Struktur, Aufbau) und ggf. die philosophisch- sozialwissenschaftliche Ausdrucksweise etwas "DN- mäßig" gestalten ;-))

    Ein Festo euer Manifesto ;-))

     
  • Bettina Fackelmann
    Bettina Fackelmann 28.12.2008 22:00

    Hallo Timo und Robert,
    Ihr macht ein ganz breites Spektrum auf - was ich für ein Manifest grundsätzlich gut finde. Allerdings auch anspruchsvoll! Gegen Ende wird es greifbarer, verständlicher - auch attraktiver für Leute, die sich nicht gern durch theoretische Texte fräsen;-)
    Mein Vorschlag: Die Kernaussagen rausziehen und wie Überschriften, Statements oder noch besser Forderungen formulieren (gern auch bisschen provokativ), das schafft gleichzeitig Struktur. Darunter dann die passenden theoretischen Erklärungen. Und die würde ich analog zur Pressemeldung aufbauen, also je theoretischer, desto weiter hinten für die Leute, die wirklich tief in die Materie einsteigen wollen. Die anderen verliert man dann auf dem Weg nicht.

    Good luck, auf jeden Fall habt Ihr schon mal viel tolles Material.
    Bettina

     
  • Robert Dürhager
    Robert Dürhager 29.12.2008 13:16

    Vielen Dank für die guten Ratschläge. Es zeigt sich wieder einmal, dass öffentlich zu arbeiten das Ergebnis verbessern kann.

    Struktur: Klar, ein roter Faden existiert bisher nicht und deswegen kann man auch nicht von Struktur reden. Wir werden zusehen, dass wir euch mit einer leicht verständlichen und netten Struktur überraschen können.
    Theorie: Natürlich gibt es viel Theorie, denn das Manifest soll auch nach Twitter noch gültig sein. Wenn wir nur Praxis einbauen hast das Manifest eine Haltbarkeit von unter zwei Jahren.

    Mich wundert, dass ihr euch nicht an dem "Wir Digitale" stört. Will denn niemand fordern, dass hier "Wir digital natives" steht? *g

    Ihr hört von uns, sobald wir eine vorläufige Endversion haben.

     
  • Robert Dürhager
    Robert Dürhager 29.12.2008 13:54

    @cspannagel

    "Waren da Philosophen am Werk?" - Ja, ich :-)

    "Als Digitale verstehen wir den technischen Determinismus der digitalen Kultur" - Die digitale Kultur ist abhängig von technischen Geräten, deren Software und das KnowHow darüber. Fehlt es an einem der drei genannten, kann man nicht an der digitalen Kultur teilhaben. Gleichzeitig begeben sich die Teilnehmer der digitalen Kultur in eine Abhängigkeit von diesen drei Prämissen, welche jede für sich Grenzen und Möglichkeiten der Teilnehmenden Indiviuuen definieren. Dazu kommen mediale Eigenheiten, wie z.B. Selbstreferenz, der Aufbau eigener Themen, die Möglichkeit der Flucht, viel Bullshit an Informationen, die Gefahr Metainformationen relevanter zu halten als die Information selbst, bis hin zur Bildung einer Hyperrealität, welche die Welt nicht mehr so abbildet, wie sie in Realität ist. (Andere Medien haben auch solche Probleme, doch wir haben Lösungen: Interaktivität, Intermedialität, Interdisziplinarität, Vernetzung, Zugänglichkeit und Transparenz)

    "rekursive Ressourcen" - Die Rekursion kennt man aus der Informatik, Logik und Mathematik. Es ist eine sich selbst definierende Funktion, welche meist in einer Schleife eingesetzt wird. Eine Rekursion ist also einfach gesprochen eine wiederverwendbare Funktion.
    Da digitale Güter immateriell sind, macht es keinen Sinn im Digitalen von "erneuerbar" zu reden, wohl aber von "wiederverwendbar". Einige Informationen, Prozesse und Programmierungen kann man immer verwenden, weil sie ein elegante Lösung für ein immer wieder auftauchendes Problem sind. Will man nicht ständig das Rad neu erfinden, greift man auf solche "Routinen" zurück und nimmt sie als Grundlage für neue Systeme. Diese "rekursive Ressourcen" sollten frei sein, damit Innovationen geschehen können. Das ist digitale Nachhaltigkeit.

     
  • Jana Hochberg
    Jana Hochberg 02.01.2009 15:42

    Der Text ist für mich schon sehr gut. Klasse finde ich die verschiedensten Zuspitzungen. Durch sie wird der Leser zum Protest und somit zum Nachdenken angeregt. Eine Zuspitzung finde ich geht schon fast in die Richtung eines persönlichen Angriffs „Couch-Potato“. Zuspitzungen und idealisieren von Begriffsgegenüberstellungen benutze ich ebenso gern, versuche dabei jedoch nie wirklich anzugreifen. Allerdings existiert der klassische „Couch-Potato“ gar nicht, da er eben idealisiert ist.

    Des Weiteren haben wir in dem Buch schon zwei feste Begriffe „DNAdigital“ und „Digital Natives“, beide müssen erklärend eingeführt werden, des wegen frage ich mich, wie sinnvoll es ist, einfach von „Digitalen“ zu schreiben. Zudem ein Merkmal der „Digital Natives“ definiert nach Don Tapscott nicht allein, sondern in Verbindung / Kollaboration existiert. ? Interessant ist dann auch die Gegenüberstellung mit der Textpassage „Als Digitale sind wir dynamische Individuen“. Wenn die Anzahl der Digital Natives mehr als eins ist, widerspricht es dann nicht dem Individuum? Ich bin mir dessen aber nicht so sicher ;)

    Ansonsten finde ich das Manifest durchaus sehr gelungen. Da es ein Manifest ist, muss es auch nicht in die begrifflichen Tiefen einzelner Begriffe vorstoßen. Es regt zum Nachdenken an und das ist der eigentliche Sinn.

    Liebe Grüße
    Jana

     
  • Matthias Müller-Prove
    Matthias Müller-Prove 09.03.2009 11:45

    braun. Will ich euch nicht unterstellen. Damit das aber auch niemand sonst tun kann, würde ich von der Verwendung von "Lebensraum" ("Betrachtet man das Internet als geistigen Raum,..." geht doch auch und wäre sogar besser.) und der Zwischenüberschrift "Wir befreien die Arbeit" abraten.
    Freundlichst,
    Matthias

     

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