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Tamim's Fundstücke

Gibt es doch keine NetGenration, Digital Natives?

Rolf Schulmeister, Professor an der Uni Hamburg, der sich viel mit dem Thema eLearning, Didaktik und Computer auseinander gesetzt hat sagt dass es eigentlich keine NetGeneration gibt. Dieser Begriff und auch andere Begriffe wie Digital Natives, sind nur Hype Wörter, die amerikanischen Autoren dazu dienen Bücher zu verkaufen.

Seine Arbeiten und Aufsätze dazu findet man hier.

Seinen Vortrag habe ich hier auf der vielmehr08 gehört und ich muss ehrlich sagen dass er mich ein wenig ernüchtert hat. Die Wahrheit liegt meiner Meinung nach irgendwo zwischen diesen beiden Extremen Positionen eines "neuen digitalen Menschen" und einem Menschen der sich seit Anbeginn der Zeit nicht verändert hat.

Wir alle entspringen einer Gebärmutter und unterscheiden uns hierin nicht von den Kindern die vor 2000 Jahren geboren wurden. Der Mensch ist immer noch der gleiche, er liebt, er haßt, er isst, er trinkt, er kommuniziert, er ist alleine... er lebt.

Was sich geändert hat sind die Werkzeuge mit denen wir unser Leben versuchen "einfacher" oder "angenehmer" zu gestalten. Diese Werkzeuge wirken sich zwangsläufig auf unsere Entwicklung aus jedoch schaffen sie in dem Sinne keinen neuen Menschen.

KommentareKommentare

  • Dominik Wind
    Dominik Wind 10.09.2008 10:58

    Ich sehe auch Vieles etwas mit "Einschränkung", aber was zur Genetik eben noch dazu kommt, sind Umwelteinflüsse, Sozialisation usw. Ich denke sehr wohl, dass es, IM SCHNITT, einen Unterschied zwischen den beiden letzten Generationen gibt, genauso wie zwischen allen anderen davor. Ich denke es macht zum Beispiel bzgl. der Hirnentwicklung einen gewaltigen Unterschied, ob man bis zum 18. Lebensjahr 18.000 - 20.000 Stunden Fernsehen geschaut hat oder die gleiche Zeit im Netz verbracht hat. Nicht im Sinne von besser oder schlechter, sondern im Sinne von anders angepasst.
    Und wie man der Genforschung entnehmen kann, sind auch die Gene nicht wie früher angenommen, eine unumstößlich feste Kombination, übernommen von Mama und Papa, die man so irgendwann an die eigenen Kids weitergeben wird, sondern Sie verändern sich ständig, minimal aber stetig.

    Generell stimme ich Dir aber zu: nur die "Generationenzugehörigkeit" macht einen nicht zum DN. Wer quasi kaum mit Computern umgeht, wird darin auch nicht sonderlich schnell, gut oder was auch immer werden...
    Ich habe in der Jugendarbeit auch Kids gehabt, die nicht selbstständig word öffnen konnten. Leider ist das mMn auch ein Bildungs- und "Schichtzugehörigkeits"-Problem. Immer mehr Familien ist ein Internetanschluss + halbwegs nutzbarer Rechner tatsächlich zu teuer und fertig ists mit Netzgeneration usw., außer es wird in der Schule "aufgefangen". Das war bei "meinen" Kids allerdings nicht der Fall, da die sowieso nicht in die Schule gegangen sind ;-)

     
  • Tamim Swaid
    Tamim Swaid 10.09.2008 11:03

    Dann sind wir ja einer Meinung.

     
  • Alexander Rausch
    Alexander Rausch 10.09.2008 14:56

    Was würde das für einen Unterschied machen? (wenn es sie nicht gäbe) Egal wie wir "Sie oder Das" bezeichnen - fest steht, dass die web und enterprise2.0 Modelle existent sind und sie von vielen Menschen in unterschiedlichen Kontexten genutzt werden.

    Ich sehe das mehr von der praktischen Seite und für mich stehen die social tools und die persönliche Einstellung der Menschen, die selbige nutzen im Vordergrund.

    Ich kann mich rein altersmäßig anscheinend weder zur NetGeneration, noch vom technischen know how her zu den DN zählen - aber gibt es deswegen diese ganze Entwicklung nicht, oder hat sie deswegen weniger Bedeutung?

    Ich kann die Diskussion über den Hype schon sehr gut nachvollziehen (manchmal finde ich es auch zuviel des Guten), aber für mich ist diese neue 2.nuller Kultur absolut richtungsweisend und die Möglichkeiten auf vielen Ebenen enorm - Hype hin, Hype her...
    Fazit: Es gibt sie die..... Veränderung ;-))

     
  • Tamim Swaid
    Tamim Swaid 10.09.2008 23:09

    Schulmeister schreibt:
    Man kann viele der Gegensätze, die in den Argumentationen der Protagonisten wie der
    Kritiker auftauchen, unter der generellen Problematik diskutieren, ob der extensive Ge-
    brauch von Medien auch die Einstellungen prägt. Dass Fähigkeiten und Kompetenzen
    sich durch Assimilation und Akkomodation entwickeln, gilt seit Piaget unbezweifelt,
    alle Menschen verändern sich überall und durch jede Aktivität. Selbstverständlich ent-
    wickeln sich neue Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen durch das Tun mit dem
    Computer. Aber ebenso entwickeln sich diese Kompetenzen bei extensiven Computer-
    benutzern, die nicht der fraglichen Alterskohorte angehören. So sind selbst die Unge-
    duld, dass der neue Rechner oder die neue Netzanbindung schon wieder zu langsam
    geworden ist, oder die Angewohnheit, mehrere Dinge auf einmal zu tun, bei älteren
    Computerbenutzern verbreitet. Das Thema der Fähigkeiten und Kompetenzen scheint
    mir nicht der entscheidende Diskussionsstrang zu sein, sondern der Gesichtspunkt, dass
    auch bei den heutigen Jugendlichen dieselben sozialisatorischen Aktivitäten, Interessen
    und Werte im Vordergrund stehen und dass die neuen Medien und ihre Abundanz le-
    diglich in die eigene Lebenswelt inkorporiert werden, nicht aber die Einstellungen,
    Sehnsüchte und Wünsche prägen.

     
  • Tamim Swaid
    Tamim Swaid 10.09.2008 23:11

    @ Alexander. Ich glaube diese "neuen" Prinzipien gab es immer schon. Ehrlichkeit und Offenheit zahlte sich immer aus. Und durch das Internet bekommen die Menschen ein Tool an die Hand das diese Beiden Prinzipien fördert weil der Effekt davon relativ schnell zu sehen ist.

     
  • ulrike reinhard
    ulrike reinhard 11.09.2008 08:05

    Ich habe mit Schulmeister nach seinem ersten Papier, dass er zu diesem Thema veroeffentlicht hat, einmal ausgiebig hin und her gemailt - und ich muss sagen, ich war sehr, sehr enttaeuscht ueber seine enge, unnachgiebige Sichtweise.

    Fuer mich hat es sehr schnell den EIndruck gemacht, da redet ein "Schulmeister", der mit allen Kraeften seine Besitzstaende und seine Spezie zu bewahren versucht. man kann das auch seh schoen in der "bildungsszene" nachverfolgen, von wo sein zuspruch kommt. ein gelungener PR-Gag fuer ihn ... fuer mich wenig ueberzeugend in der ganzen art!

    Ich denke auch nicht, dass die Menschen heute anders als auf die Welt kommen als vor 100 Jahren, doch die Sozialisation, die Art und Weise wie sie aufwachsen hat sich doch sehr veraendert und das hat Auswirkungen ... in jeglicher hinsicht wie ich meine: kultur, wirtschaft, gesellschaft .... und es ist die frage wie man damit umgeht!

     
  • Alexander Rausch
    Alexander Rausch 11.09.2008 12:16

    @Tamim Das stimmt schon - Transparenz, Offenheit usw. ist ja keine Erfindung des Web 2.0. Es geht doch vielmehr darum die Tools und Wege nutzen zu können, die uns in heutiger Zeit zur Verfügung stehen.
    Natürlich brauche ich das alles nicht, um in meinem näheren Umfeld entsprechend zu kommunizieren, zu leben. Aber es erschafft mir doch unglaubliche Möglichkeiten mit der Welt in Verbindung zu stehen. Ich bin hier auf der Plattform kann mit euch kommunizieren, mich austauschen, mit KollegInnen überall, mit Freunden überall usw. Diese neuen Wege mit der Welt in Kontakt zu sein, Ressourcen nutzen zu können, Kommunikationskompetenz zu erlangen usw., das ist es, was es für mich interessant macht.

    Und ehrlich gesagt verstehe ich nicht, dass meiner Tochter diese Dinge in der Schule nicht näher gebracht werden können und sich die Ausbildung der entsprechenden Menschen nicht wirklich damit beschäftigt. Natürlich brauchen wir das alles nicht - aber ist das nicht etwas weltfremd? Wäre es nicht angemessen unseren Kindern das beizubringen, was nach heutigem Stand der Gesellschaft angebracht wäre? Warum wehren sich so viele immer wieder dagegen Neues zuzulassen?
    Darauf habe ich Antworten... aber das wäre dann ein neues Thema ;-))

     

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