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Silver Digitalis

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Seit einiger Zeit kenne ich jetzt die Bezeichnung "Digital Native". Doch muss ein Digital Native von Anfang an im digitalen Leben aufgewachsen sein?? Darf ein Digital Native älter als dreißig oder vierzig Jahre sein?

Manch einer verweigerte mir sogar den Titel und verwies mich auf den zweiten Platz des Digital Immigrant.

Inzwischen bin ich 47 und das erste Silber schimmert bereits durch das ehemals kräftig schwarze Haar.

Mir ist mein Alter (in dieser Beziehung) egal. Ich bin so jung wie ich mich in meinen Knochen fühle.

Ich bin ein Silver Digitalis

Silber im Haar und Bits in den Knochen Lächelnd

Wie wichtig ist das Alter fürs jung sein?

KommentareKommentare

  • Timo Heuer
    Timo Heuer 15.08.2008 20:20

    Ich sehe das so, dass es doch altersabhängig ist. Digital Natives ist für mich die Zusammenkunft von einer Generation (Millennials) und der Technologie, die wir heute kennen. Man wird auch nicht English Native, nur weil man perfekt Englisch spricht. Man wird als einer geboren. So ähnlich sehe ich das...

     
  • ehemaliges Mitglied
    ehemaliges Mitglied 15.08.2008 20:31

    Ich sehs eher anders. Timo wir haben da ja schon Mal unsere Standpunkte ausgetauscht ;-)
    Meiner Meinung nach hängts eben nicht zwangsläufig am Alter, sondern einerseits eher an der Dauer, Häufigkeit und Art des Umgangs mit digitalen Medien. Andererseits würde ich es als eine Art "Haltung" sehen: eine Grundoffenheit für Neues, Neugier, Spaß am "Aktivsein" und "sich einbringen", der Nutzung technischer gadgets usw.
    Diese beiden Bedingungen sind jetzt "im Schnitt" wahrscheinlich eher bei jüngeren Menschen erfüllt. Wenn ich mir zum Beispiel meine Eltern (beide 52) ansehe, würde ich sagen: Versagen in beiden Kategorien. Ich find sie toll, aber DNAdigital sind sie eim besten Willen nicht...Aber sicher nicht nur bei Jüngeren! (sooooo jung bin ich mit 29 jetzt ja auch nicht mehr, würde aber "digital native" für mich 100% in Anspruch nehmen)
    Letzten Endes sinds doch alles nur "labels", genauso wie die Zahl, die Deine Lebensdauer bisher ausdrückt. Hauptsache Du fühlst Dich hier wohl und bringst Dich hier weiter so mit interessanten Beträgen ein wie bisher ;-)

    Bin gespannt, was die anderen inzwischen fast 100 Teilnehmer dazu denken...Auf gehts!

     
  • Frank Hamm
    Frank Hamm 16.08.2008 09:22

    Ich glaube, dass die Haltung und das Handeln jemanden "digital" machen. Aber ich sehe auch, dass mit dem Label "Digital Native" eine gewisse Definition zum allgemeinen Verständnis verbunden ist.

    Da passe ich halt nicht rein ... aber ich seh mich dennoch so ähnlich :-)

     
  • Frank Hamm
    Frank Hamm 16.08.2008 09:26

    Um die Fragestellung etwas zu erweitern:

    Welche Bezeichnung passt auf junge Menschen, die bestenfalls einmal etwas über Ebay verkaufen oder Amazon bestellen aber ansonsten mit dem "digitalen Zeugs" nichts zu tun haben (wollen)?

    Sind sie derzeit noch "Digital Denier", und werden sie irgendwann einmal zu Digital Immigrants?

    P.S. Jetzt sind es genau 100 Mitglieder, gibts eigentlich für den / die 100. ein Geschenk? :-)

     
  • ulrike reinhard
    ulrike reinhard 16.08.2008 09:51

    Zunaechst einmal: der "Hunderste" war mein "kleiner Mann" (197 cm gross) und er hat mir und Willms ein Geschenk gemacht:-) (hat extra gewartet bis es 99 waren!) Also nix mit Geschenk fuer ihn:-((

    Dein letzter Punkt ist ein guter Frank! Ich wuerde nicht sagen, dass die amazon Buchbesteller und ebay Kaeufer "DNs" sind, denn ihnen fehlt der "spirit". dieser spirit ist fuer mich etwas ganz wichtiges. den koennen auch die silver surfer haben (ich bin ja auch schon maechtig grau im haar) und haben die jungen nicht notwendigerweise!

    Andererseits glaube ich schon, dass die generation, die Timo beschreibt etwas hat, was du und ich nie haben koennen: sie begreifen die technik schon so wie die luft zum atmen ... und das laesst sie einfach anders damit umgehen ... das sehe ich bei tim (meinem sohn), aber auch dei dominik u.a. wir - du und ich - gehen damit anders um!

    also fuer mich gilt beides ... die klammer ist aber eher der spirit als das alter!

    was mich aber noch interessieren wuerde: in deiner bank: sind die DN gespraechsthema? wie wird mit den unterschiedlichen arbeitnehmerzielgruppen umgegangen? besteht der gap zwischen jung und alt? wenn ja, wie wird er gehandelt? habt ihr recruiting probleme?

     
  • Oliver Kreimer
    Oliver Kreimer 16.08.2008 14:13

    hallo, auch ich sehe eher das verständnis des ganzen und weniger das alter als kriterium. menschen jeden alters kaufen bücher online, und leben dennoch nicht digital. andererseits habe ich kollegen, die 15 jahre älter sind und ebenso "digital leben" wie ich...

     
  • Timo Heuer
    Timo Heuer 16.08.2008 15:35

    Nun, ich bin dennoch der Meinung, dass es vom Alter abhängig ist. Es mag sein, dass zwar ältere Leute genauso gut wie Digital Natives die Technologie beherrschen, sie haben sich das jedoch angeignet und sich nicht reingewachsen. Man wird nicht Native, in dem man etwas lernt, wie einer zu sein. Man ist es oder man ist es nicht. So leid mir das tut. Digital Immigrants seid ihr doch trotzdem. Mit dem Begriff assoziiere ich auch nichts nachteiliges, Immigranten können sie ja integrieren. Eventuell ist diese Diskussion vielmehr als nur eine Diskussion über dieses Projekt, es ist eher eine gesellschaftliche Diskussion. Aber ich schweife ab. Ich bleibe dabei: Nur für solche, für die es selbstverständlich ist, die neuen Technologien zu verstehen, einzusetzen und mit ihnen zu hantieren, die sind für mich Native. Der Rest, der ist bestenfalls Immigrant - es tut mir Leid.
    Ich habe Ulrike gestern vorgeschlagen, dass wir mehr unter-25/20ig-er brauchen im Netzwerk. Ich bemühe mich, in nächster Zeit einige einzuladen, aber spätestens mit dem Banner bei SchülerVZ sollten wir einige bekommen. Es kommt darauf an, dass wir den Mix nicht aus den Augen verlieren. So wie es momentan aussieht, haben sich hier mal wieder die üblichen Verdächtigen registriert. Es soll aber kein Standard-BarCamp-Nachmittag werden. Es soll vielmehr eine Plattform werden, um konstruktiv an unserem Vorhaben arbeiten zu können. Da muss man auch an der Quelle sein - sprich noch jüngere Leute hinzuholen. Leute, die fast im selben Alter sind wie unsere CEOs und gestanden im Berufsleben stehen, die sind meiner Meinung nach hier nicht die richtigen (obwohl sie natürlich auch wichtig sind und ich sie nicht missen möchte), aber wir benötigen größtenteils halt jene, die gerade erst mit dem ersten Fuss das Berufsleben betreten. Deshalb habe ich mir überlegt, ob man das Anmeldeverfahren nicht nach Altersgrenzen trennen sollte. Beispielsweise könnte man sagen, dass die Über-30-Jährigen insgesamt nur einen protentualen Anteil von 20 belegen dürfen. Irgendwo so könnte man das regulieren, denke ich.

     
  • Frank Hamm
    Frank Hamm 16.08.2008 16:11

    @ulrike: Bei uns in der Bank sind DN kein Gesprächsthema. Ob wir Recruiting Probleme haben weiß ich leider nicht. Ich würde aber vermuten, dass wir aufgrund des speziellen Geschäfts davon später getroffen werden. Deswegen sehe ich auch noch nicht so sehr einen besonderen Gap zwischen jung und alt sondern eher den traditionellen zwischen jung und alt ;-)

     
  • Frank Hamm
    Frank Hamm 16.08.2008 16:24

    @Timo bin etwas irritiert. Einerseits nimmst Du das Alter als ausschließendes Kriterium, andererseits sagst: Du "Ich bleibe dabei: Nur für solche, für die es selbstverständlich ist, die neuen Technologien zu verstehen, einzusetzen und mit ihnen zu hantieren, die sind für mich Native."

    Mit letzterem zielst Du als Definition auf das Empfinden ab und da sehe ich es so: Für mich ist es selbstverständlich die Technologien zu ....

    Ich vermute, dass Du dennoch das Alter als Kriterium beibehälst. Aber wieso liegt die Grenze genau bei 30 Jahren?

    Ich wünsche mir auch, dass mehr Jüngere teilnehmen und diskutiern, fände ich gut.

     
  • ehemaliges Mitglied
    ehemaliges Mitglied 16.08.2008 16:38

    @Timo: demnach ist man also aufgrund einer Art Genmutation mehr oder weniger von Geburt an "digital native"? Denn wenn es für die "digital immigrants" kennzeichnend ist, dass sie "es" gelernt und es sich angeeignet haben, dann heißt das im Umkehrschluss wohl für die DNs, dass sie es NICHT gelernt haben. Aber wo haben sies denn dann her?

    Darin dass wir uns bemühen sollten, noch mehr Jüngere ins Netzwerk zu bekommen, stimme ich mit Dir völlig überein. Finde ich super, wenn Du Dich da auch direkt drum kümmerst! Danke! Allerdings bin ich dafür, dass über gezielte Ansprache so gut es eben geht zu versuchen und nicht über irgendeine Form von Reklementierung.

     
  • Timo Heuer
    Timo Heuer 16.08.2008 16:51

    Frank, Es muss nicht unter 30 sein, aber es gibt halt MP3-Player, Handys, das Web, usw. noch nicht lange.
    Dominik, genau, den Digital Natives ist das quasi im Blut. Ihre Generation kennt es nicht anders. Die "Immigrants" sind eine Generation, die das nicht kannte. Und deshalb müssen sie es sich aneignen.

     
  • Urs Gasser
    Urs Gasser 16.08.2008 18:51

    Interessante Diskussion. Unser Vorschlag ist, unter Digital Natives eine "Population" zu verstehen, die ca. um 1980 geboren wurde, über Internetzugang verfügt und die Fähigkeiten hat, digitale Medien zu nutzen. Junge Menschen dieser Population nehmen zudem an einer zunehmend globalen Kultur teil, die bestimmte Merkmale aufweist, wie User mit Information und miteinander in Interaktion stehen. Alter ist also ein Kriterium, aber eher ein weiches. Zu den zahlreichen Abgrenzungen vgl. unser Versuch auf http://blogs.law.harvard.edu/palfrey/2007/10/28/born-digital/. Wichtig scheint mir, diese Definitionsfragen nicht überzubewerten - es ist eher ein heuristisches Tool, das uns hilft, auf ein komplexes Phänomen mit einer eingängigen Bezeichnung Bezug zu nehmen.

     
  • Timo Heuer
    Timo Heuer 16.08.2008 19:06

    Vielen Dank, ich freue mich schon auf die deutschsprachige Ausgabe eures Buches. Du hast aber Recht, man sollte das Thema wirklich nicht überbewerten.

     
  • ehemaliges Mitglied
    ehemaliges Mitglied 17.08.2008 01:53

    Sorry, ich finde diese ganze Abgrenzerei völlig kontraproduktiv. Man könnte den Eindruck bekommen, hier geht es nur noch darum, eine Marke, einen Brand aufzubauen und abzugrenzen, nämlich den des "Digital Native". Dass der Begriff damit automatisch nicht-native implizit voraussetzt, um selbst als Begriff Bestand zu haben ist jetzt die Wirkung die der Begriff entfaltet, obwohl das vermutlich niemand wollte.

    Warum kann man nicht einfach die Dynamik dieser Bewegung im Netz als Neugieriger und unbekümmert an die Technik Herangehender beschreiben? Ich kann mit dem Begriff so wie er bislang verwendet wird leider wenig anfangen, außer dass ich irgendwie dazugehören möchte. Genau das aber, das Zusammenbringen von Neugierigen und Risikofreudigen und Digital Naives (kein Tippfehler) verhindert der Begriff ganz trefflich, in dem er erstmal eine Mauer schafft zwischen den EXPERTEN und den DUMMEN.

    Das zerstört bereits zu Beginn das aufeinander Zugehen und Zuhören, wenn einer der festen Ansicht ist er weiß alles besser und kann alles besser. Für mich sind die Teenies vorm Rechner "Digital Naives", weil sie keinen blassen Schimmer haben, was hinter der ganzen Technik steckt. Und da fehlt auch die Neugier das zu erfahren. Aber nur wenn diese jungen Leute sich auch für die Geschichte hinter dem Netz anfangen zu interessieren und z.B. mal probieren selber eine HTML-Seite zu bauen und ein JavaScript zu programmieren, erst dann sind die für mich "native".

    Meine 2 Cent dazu.

     
  • ehemaliges Mitglied
    ehemaliges Mitglied 17.08.2008 02:12

    Was ist ein "Digital Non-Native" und warum sollte er sich mit einem "Digital Native" zusammensetzen, wenn er selbst niemals ein "Digital Native" per Definition werden kann? Dieser Frage ist mir eben noch dazu eingefallen. :-)

     
  • Timo Heuer
    Timo Heuer 17.08.2008 08:52

    Es kommt nicht auf die Technik dahinter an, sondern auf die (Nutzungs)kultur und Mentalität der Nutzer. Soweit dazu.
    Dass die Diskussion kontraproduktiv ist, mag sein, aber irgendwann hätte sie geführt werden müssen. Besser hier und heute als im Oktober und November auf den OpenSpaces.

     
  • Frank Hamm
    Frank Hamm 17.08.2008 09:47

    @Urs Der Vorschlag gefällt mir, und das Adjektiv "weich" fürs Kriterium besonders :-)

    Ich wollte keine harte Abgrenzungsdiskussion lostreten sondern einfach nur ein gemeinsames Verständnis darüber schaffen, worüber wir reden.

    Insofern finde ich die Diskussion schon wichtig und gut. Ich glaube jetzt auch ein bisschen mehr Einblicke in die Meinungen bekommen zu haben und das Gute liegt in der Vielfalt der Meinungen ;-)

     
  • ehemaliges Mitglied
    ehemaliges Mitglied 17.08.2008 11:21

    @Timo Heuer: Danke für Deine Antwort. "Es kommt nicht auf die Technik dahinter an, sondern auf die (Nutzungs)kultur und Mentalität der Nutzer." - Gibt es da ein paar Argumente von Dir dazu warum Du dieser Ansicht bist? Ich finde dein Statement überraschend, das hieße ja, im übertragenen Sinn sich auch nicht für z.B. die Automobiltechnik zu interessieren, weil es auf die Kultur ankommt, die Nutzungskultur bzw. Konsummentalität. Dass mein Auto eine Verbrennungsanlage besitzt, die z.B. CO, CO2 und andere gasförmige Emissionen produziert wäre demnach unwichtig und wie das Navigationsgerät arbeitet wäre dann z.B. auch Nebensache.

    Ich finde Umgang mit Technologie darf nie naiv bleiben, sondern muss auch ein paar Kenntnisse einschließen, wie das Ganze funktioniert zumindest aber mit anderem zusammenhängt. Denn wie soll man sonst eine Lösung und ihre potenziellen Folgen des Einsatzes angemessen bewerten? Denn eines gilt für jede Technologie: Sie kann ausfallen und was mache ich dann? Aber mit der Meinung stehe ich vermutlich relativ allein da hab ich den Eindruck. ;-)

    Ich bleibe deshalb mal bei meiner Kernfrage: Was ist ein "Digital Non-Native" und warum sollte er sich mit einem "Digital Native" zusammensetzen, wenn er selbst niemals ein "Digital Native" per Definition werden kann?

     
  • ehemaliges Mitglied
    ehemaliges Mitglied 17.08.2008 11:56

    Dass eine Begrifflichkeit immer auch eine wie auch immer geartete Abgrenzung und uU eine "Nicht-Zugehörigkeit" impliziert, ist natürlich das Totschagargument gegen jede Art der Begriffsfindung. Trotzdem halte ich es für sinnvoll, dem "Kind einen Namen" zu geben.
    Label sollen vereinfachen, dass Denken und die Diskussion darüber beschleunigen und dafür gestehe ich ihnen auch eine gewisse Unschärfe zu. Das hier ist nicht Informatik und auch nicht Mathe und selbst die hat deutliche Unschärfen im Grenzbereich ;-)

    Insofern finde ich die Diskussion sehr spannend und die verschiedenen Blickwinkel interessant und hörenswert, halte mich dann aber durchaus geistig für flexibel genug, auch "nur" mit einer ungefähren Schnittmenge als Arbeitsgrundlage umgehen zu können. Insofern kann ich zum Beispiel mit Urs´ Beschreibung schonmal gut leben.

    Ich finde übrigends überhaupt nicht, dass wir umfassendes technisches Hintergrundwissen als Indikator für "DN" ja oder nein sehen sollten. Ich will ja nicht lauter kleine Informatiker, ich will Menschen, die selbstverständlich, selbstbestimmt und kontrolliert anwenden. Das wars aber auch schon.

    Ich nutze täglich Herd, Waschmaschine, Auto, Straßenbahn, indirekt zum Beispiel auch Hochkomplexes wie Atomkraft oder Baustatik, werde beeinflusst vom Wetter, Massen von anderen Menschen um mich herum usw. ohne in einem dieser Gebiete über mehr als praktisches Anwenderwissen und teilweise etwas Vertiefung zu verfügen.
    Ich will und muss heutzutage keinen Blog komplett selbst coden können, aber ich kann wordpress benutzen, komme mit den Plugins klar und das bisschen html und css bekomm ich auch noch hin, auch wenn ich Teile davon immer wieder vergesse und es jedes Mal bei Bedarf wieder neu nachschauen muss ;-)

    Auf Deine Frage "Was ist ein "Digital Non-Native" und warum sollte er sich mit einem "Digital Native" zusammensetzen, wenn er selbst niemals ein "Digital Native" per Definition werden kann?" möchte ich mit einem Beispiel antworten:

    Meine Eltern sind extreme "Digital Non-Natives". Beides Lehrer, die immer in der Hoffnung gelebt haben, dass dieses "ganze Computerzeugs" beruflich durch rechtzeitige Pensionierung noch an Ihnen vorbeigehen wird. Tja, kam alles etwas schneller als gedacht und inzwischen MÜSSEN zum Beispiel die Zeugnisse als Dateien auf Diskette, CD, Stick oder wie auch immer abgegeben werden. Und schon waren wir im Gespräch und die werden sicher keine digital natives mehr und wollen das auch überhaupt nicht.

    Somit ist also meine Antwort auf Deine Frage verallgemeinert: es gibt unzählige von Anwendungsfällen, in denen beide "Seiten" voneinander lernen und profitieren können. In der Pädagogik beispielsweise das generationenübergreifende Lernen. Die Jüngeren profitieren von der Lebenserfahrung, vom Geschichtenerzählen der Älteren und diese umgekehrt vom (Handlungs-)Wissen der Jüngeren im technischen Bereich.

     
  • Timo Heuer
    Timo Heuer 17.08.2008 12:00

    "Was ist ein "Digital Non-Native" und warum sollte er sich mit einem "Digital Native" zusammensetzen, wenn er selbst niemals ein "Digital Native" per Definition werden kann?" - Warum sollte ich Englisch lernen, wenn ich doch niemals ein Native/Muttersprachler werden kann? Um mich mit ihnen zu verständigen. Um auf dasselbe Level zu gelangen. Ich behaupte ja gar nicht, dass ältere Mitmenschen nicht die digitale Welt begreifen und sie auch ähnlich (nicht genauso) nutzen wie die Digital Natives - diese Leute sind dann aber "Digital Immigrants" für mich. Auf den Rest gehe ich eventuell noch nachher ein.

     
  • ehemaliges Mitglied
    ehemaliges Mitglied 17.08.2008 12:53

    Okay, soviel hab ich jetzt verstanden: Ein Alter kann niemals ein Junger werden. Diese Abgrenzung ist tragfähig. Somit geht es im Prinzip um einen Begriff der eine Jugendkultur beschreiben soll, oder?

     
  • Simon Chappuzeau
    Simon Chappuzeau 20.08.2008 07:59

    Sollten Definitionen nicht im Idealfall produktive Eingrenzungen ermöglichen? Umso länger ich über eine eindeutige Definition für den Begriff Digital Natives nachdenke, umso sinnloser kommt mir diese Debatte vor, weil ich nicht sehe, was damit gewonnen ist Menschen in zwei Kategorien einzuteilen, ohne daß diese Einteilung praktische Konsequenzen hätte.

    Im Hinblick auf die anstehende Veranstaltung mit CEOs scheint mir der Begriff Digital Natives in erster Linie im Hinblick auf Innovationsfreude und -offenheit Bedeutung zu haben.

     
  • ehemaliges Mitglied
    ehemaliges Mitglied 20.08.2008 09:36

    Ich möchte mal einen Link in die Diskussion einstreuen. Rolf Schulmeister hat vor kurzem einen Artikel über die Frage geschrieben, ob es die "Net Generation" eigentlich gibt (in dem Sinne, dass dies Konsequenzen für Bildungsinstitutionen hätte). Er warnt vor der Mystifizierung durch Begriffe wie "digital natives".

    http://www.zhw.uni-hamburg.de/pdfs/Schulmeister_Netzgeneration.pdf

    Ich selbst habe auch den Eindruck, dass gerade Schüler zwar unbefangen mit dem Netz umgehen, aber trotzdem keine tiefer gehenden Vorstellungen von der Funktionsweise des Netzes haben, sondern nur recht oberflächliches "SchülerVZ-und-myspace-Wissen" haben. Man kann zwar Freunde virtuell anstupsen, man hat aber keine Ahnung davon, was eigentlich mit einer E-Mail vom Drücken des Abschicken-Buttons bis zur Ankunft beim Empfänger passiert. "Digital Natives" müssten meiner Meinung nach eben auch solches Wissen haben: Wie funktioniert das Netz? Welche Gefahren und Risiken birgt es? Welchen Dienst nutze ich am Besten für welche Aufgabe? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen muss ich beachten (Datenschutz, Urheberrecht, ...)?

    Insofern mögen wir uns vielleicht als "digital natives" bezeichnen. Aber wir sind eine recht kleine Gruppe (oh, klingt das arrogant :-). Der Großteil der Bevölkerung (auch der jungen!) ist meiner Ansicht nach weit entfernt von dem, was man als "digital natives" bezeichnen könnte.

     
  • Frank Hamm
    Frank Hamm 20.08.2008 10:14

    @Christian Eine eher unreflektierte und teilweise eher einfache Nutzung des Netzes auch durch Jüngere kann ich im Bekanntenkreis nachvollziehen. So bereitet die Registrierung und Nutzung eines Netzwerks wie Wer-kennt-wen keine Probleme, aber Wiki, Blog, Hyper Localization etc. sind mehr als nur Fremdworte.

    Die Differenzierung mit dem wesentlichen Kriterium des Geburtsjahres halte ich für ... nicht einfach. Viele der nach 1990 Geborenen werden momentan gerade einmal zum Ditigal Immigrant .

    Andererseits trägt der Begriff "Digital Natives" in Wirtschaftskreisen zur Beteiligung mit der Problematik der neuen digitalen Welt bei.

     
  • Jens Otto Lange
    Jens Otto Lange 20.08.2008 20:49

    @Christian: Vielen Dank auf den Aufsatz von Rolf Schulmeister. Ich hatte den auch schon mal überflogen. Er nennt die Digital Natives darin "Net Generation" und bezweifelt, dass es sich hier um eine nie dagewesene Entwicklung handelt. Er sieht sie eher als einen Teil von Jugendkultur und zieht unter anderem folgendes Fazit: "Die Tatsache, dass heute andere Medien genutzt werden als in früheren Zeiten rechtfertigt es nicht, eine ganze Generation als andersartig zu mystifizieren. Im Gegenteil, die Generation, die mit diesen neuen Medien aufwächst, betrachtet sie als ebenso selbstverständliche Begleiter ihres Alltags wie die Generationen vor ihr den Fernseher, das Telefon oder das Radio." (S. 93, Punkt 8)

    Im übrigen teile ich Timos Position, deshalb bin ich selbst auch kein DN. Ich frage mich aber auch, wofür wir diese Grundsatzdiskussion brauchen. Fruchtbarer erscheint mir eine Diskussion, die sich direkt auf den DNAdigital OpenSpace am 3.11. richtet. Denn wenn die eine Hälfte der Teilnehmer Digital Natives sind und die andere CEOs, dann stellt sich die Frage, was die einen von den anderen unterscheidet. Für mich ist es keine Frage, dass das Alter dazugehört.

     
  • Jens Mühlner
    Jens Mühlner 27.08.2008 11:49

    Also, ich glaube schon, dass sich die Diskussion um das Verständnis des Begriffes DNA lohnt. Wir werden immer gefragt, was DNA sind. Auch wenn es, wie so oft, keine einheitliche Meinung gibt, haben wir doch einen Grundkonses. Ich kann mir auch vorstellen, dass wir die Definitionsdiskussion über diese Plattform hinaus dokumentieren.

     
  • ehemaliges Mitglied
    ehemaliges Mitglied 27.08.2008 12:57

    Ich denke auch, dass eine Diskussion Sinn hat, allerdings nicht mit dem Ziel einer exakten Definition des Begriffs "digital native", sondern eher in Richtung Meinungsaustausch und "Indikatorensammlung". Also an was erkennen wir sie, diese DNs?
    Weg von der Abgrenzung zu anderen Begriffen, hin zum inhaltlichen Füllen. Wir werden damit leben müssen (und ich sehe darin auch überhaupt keine Schwierigkeit), dass dieser Begriff seine Unschärfen hat und eine Annäherung an eine Art Definition somit, wenn überhaupt, "nur" auf einem ziemlich kleinen gemeinsamen Nenner erreichbar sein dürfte. Daher geht es mir eben mehr um eine Arbeitsgrundlage, auf deren Basis es dann in eine 'ungefähre' gemeinsame Richtung geht.
    Ich habe hier in dieser Diskussion auf jeden Fall schon sehr viel Interessantes gelesen und mit "meiner Definition" teilweise schon schön ins trudeln gekommen. Wunderbar, so gibts Fortschritte. Kleine, aber einer nach dem anderen...

     
  • Frank Hamm
    Frank Hamm 29.08.2008 00:31

    Dass die Diskussion um Begriffe wie "Digital Native" nicht nur hier läuft, das zeigt das Digital Natives Blog:

    Digital who? http://blogs.law.harvard.edu/digitalnatives/2008/08/28/digital-who/

    Dort habe ich eine neue Bezeichnung für mich gefunden: Ditigal Settler :-)

    Aber am liebsten bleibe ich aufgrund des Alters ein Digital Silver :-D

    @Dominik Stimme Dir voll zu. Auch mir geht es nicht um Bezeichnungen, Labels, Titel sondern um die Diskussion und Meinungsaustausch.

     
  • Jörn Hendrik Ast
    Jörn Hendrik Ast 08.10.2009 21:29

    Ich bin über das "ehemalige Mitglied" auf deinen Blogeintrag gestoßen, weil Zaliha und ich uns ja auch gerade mit der Idee einer neurpsychologischen Studie mit den Begriffen näher auseinander setzen müssen.

    Ich muss sagen das mir die Meinung von Dominik am ehesten zusagt und die von Timo eher mißfällt.

    Natürlich befähigt einen das aufwachsen mit digitalen Medien eher dazu eine entspanntere Haltung einzunehmen, da man quasi intuitiv die Benutzeroberfläche von Smartphones bedienen kann, mehr Lust auf Social Media hat da man gewisse Ängste eben aufgrund dieser entspannten Haltung die ja durch ein Stückweit Gewöhnung herrührt nicht kennt.

    Schönes Beispiel mit deinen Eltern Dominik. Das erinnert mich an meine Eltern auch wenn die Dinge da anders stehen, mein Vater der immer sehr interessiert an neuen Medien war und immer mit dem neusten Videorecorder, der neusten Videokamera und natürlich den ersten Heimcomputern ankam. So bekamen mein Bruder und ich erst die Möglichkeit uns in diese Welt einzuarbeiten, obwohl wir auf unserem CPC Amstrad/ Schneider noch Kasetten 20 min. durchlaufen lassen mussten bevor wir Games zocken konnten. (http://www.zock.com/8-Bit/D_CPC464.HTML)

    Trotzdem ich habe nie Code in Basic/Quick Basic Pascal oder C geschrieben. Mein Bruder schon eher. Witzig ist die Tatsache das ich heute interessierter an der Social Media Welt bin als mein Bruder und regelmäßig blogge und twittere und binaktiv in Foren und Communites wie dieser. aber natürlich hat er eine eigene Site, eine MySpace Seite und bringt sich selbst die Bedienung komplexester Software durch ergoogelte Tutorials bei. Es gibt also Unterschiede in den Interessen und somit Fähigkeiten.

    Mein Vater ist heute ebenfalls dabei eigene HTML basierte Sites zu erstellen, aber er hatte bis vor kurzem noch nichts von Facebook und Twitter gehört und ist auch nicht wirklich derart interessiert an social media außer Xing anzuwenden. Allerdings Skypt er für sein Leben gern.

    Meine Tochter z.B. (sie ist jetzt zwei Jahre) steht voll auf Youtube. Wir schauen regelmäßig unsere Lieblings- Vids wie Manamana/ Sesamstraße, das Kuschelhäschen oder das Freagles Lied. Wer weiß was sie später macht.

    Ok Fazit: Ich würde meine Eltern nie ausgrenzen wollen als Immigrants, obwohl sie es schwerer haben mit Digitalen Medien umzugehen als z.B. mein Bruder und ich, genau die Argumente von dir Timo führen nämlich letztens dazu, dass die Leute mit denen wir auch oder sogar schwerpunktmäßig in Kontakt kommen wollen durch DNA_d, nie Teil dieser Community werden und zwar aus Angst davor diffamiert zu werden. Und auf de anderen Seite gibt es genügend 15-30 jährige die man niemals zu den Digital Natives zählen kann, die nicht einmal wissen wie man richtig googelt, geschweige denn Social Communites kennen.

    Digital Native ist eine Einstellung, eine Haltung und für mich nicht gleichzusetzen mit Altersgrenzen. Die Frage die ich mir trotzdem stelle ist die ob diejenigen die sich mit dem Netz und mit digitalen Medien mehr als 2 Stunden am Tag beschäftigen wirklich anders ticken als die die das nicht tun. Was können die Non- Digitals davon lernen und viel wichtiger was kann die ganze Wirtshcaft und letztlich die Gesellschaft von der Community der Digitals lernen.

    So far

    Cheers

    Jörn Hendrik

     
  • Timo Heuer
    Timo Heuer 11.10.2009 14:42

    Hallo Jörn!

    Habe mittlerweile gelernt, andere Definitionen anzuerkennen

    Aber schön, dass du diesen Thread wieder rausgekramt hast.

    Timo

     
  • Jörn Hendrik Ast
    Jörn Hendrik Ast 13.10.2009 09:39

    Das ist doch großartig, ich danke dir für deine Antwort Timo!
    Hatte gestern mit Cedric gesprochen und finde die Anregung den Begriff Digital Inhabitant zu verwenden eigentlich prima.

    Inhabitant, also Einwohner werden kann nämlich jeder. Das es dann Leute gibt die den "Hood" besser kennen als andere weil schon länger da ist dann auch völlig logisch, aber dann wird keiner ausgeschlossen....

     
  • Frank Hamm
    Frank Hamm 18.10.2009 13:55

    Klar bin ich kein "Native" (auch wenn ich mich manchmal so fühle), die Nähe zu den digitalen Möglichkeiten ist generell höher je jünger jemand ist. Aber das sind Wahrscheinlichkeiten und ich kenne inzwischen viele, die aufgrund ihres Alters zu den Digital Natives zu zählen wären - die unter ihrem digitalen Leben aber außer StudiVZ, Skype und Email (und evtl. aufgrund Auslandsemester noch Facebook) nichts anderes verstehen (lt. deren Sichtweise).

    Digital Inhabitant gefällt mir wirklich gut

     
  • Jörn Hendrik Ast
    Jörn Hendrik Ast 19.10.2009 17:33

    Ja na spitze dan nhaben wir ja zumindest unter uns einen Konsens...schreibe dazu nochmal einen Blogbeitrag! Danke euch!

     
  • Thilo Specht
    Thilo Specht 18.11.2009 15:31

    Ach Frank, wichtig ist doch, dass Du DER Frank Hamm bist! Das ist besser als jedes Prädikat a la "Digital Native"...

     
  • Jörn Hendrik Ast
    Jörn Hendrik Ast 15.03.2010 17:24

    Immer wieder krame ich diesen Blogeintrag heraus um Leuten DNadigital zu erklären. Finde einfach hier steckt so viel drin. Übrigens großartig Helge das du wieder zurück bist. Finde jetzt sollte llangsam mal das nächste Projekt folgen.

    Nächstes Meetup in Bremen?

     

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